Leier
Antikes Saiteninstrument.
Was es bedeutet
Die Leier ist ein Saiteninstrument, bei dem die Saiten zwischen einem Schallkörper und einem Querjoch gespannt sind, das von zwei Armen getragen wird. Anders als bei Laute oder Gitarre gibt es kein Griffbrett; alle Saiten klingen in voller Länge und werden gezupft oder mit einem Plektron angerissen. Die Tonhöhen liegen damit von vornherein fest, und ihre Zahl entspricht der Zahl der Saiten. Instrumente dieser Bauart sind aus der Antike des Mittelmeerraums und aus weiteren Kulturen bekannt; die Bezeichnung wird auch für spätere und volksmusikalische Formen gebraucht.
Musikalische Verwendung
In der griechischen Antike gehörte die Leier zur Bildung und zur Aufführung von Dichtung: Sie begleitete gesungene Verse, wobei der Begriff Lyrik bis heute auf diese Verbindung zurückverweist. Die begrenzte Saitenzahl und das Fehlen eines Griffbretts prägen die Musik — sie bewegt sich in einem festen Tonvorrat, der vor dem Spiel durch Stimmen eingerichtet wird. Über die tatsächliche Klanggestalt dieser Musik ist wenig gesichert bekannt, da Notenquellen rar sind. Nicht verwechselt werden sollte die Leier mit der Drehleier, bei der ein Rad die Saiten streicht und eine Tastatur die Melodiesaite verkürzt.
Spielpraxis
Bei Nachbauten wird meist mit einem Plektron in der einen Hand gespielt, während die Finger der anderen Hand einzelne Saiten dämpfen, um Akkorde zu filtern; dieses Abdämpfen ist die eigentliche Technik, da alle Saiten sonst durchklingen. Stimme das Instrument vor jedem Stück auf den benötigten Tonvorrat, weil ein Umstimmen während des Spiels nicht möglich ist. Halte den Anschlag gleichmäßig und arbeite mit der Anschlagstelle, um Klangfarbe zu variieren. Darmsaiten brauchen Schutz vor Feuchtigkeit und häufiges Nachstimmen.
der Tonvorrat mit der Stimmung feststeht: Für ein Stück mit wechselnden Tonstufen ist vorher zu klären, ob es auf dem Instrument überhaupt ausführbar ist. Plane Umstimmungen zwischen den Stücken und nicht innerhalb. Das Abdämpfen einzelner Saiten mit den Fingern der freien Hand ist die eigentliche Technik und entscheidet darüber, ob Akkorde klar klingen. Übe es zunächst ohne Melodie. Bei Nachbauten unterscheiden sich Mensur und Saitenzahl erheblich; Angaben aus der Literatur sind am Instrument zu prüfen.