Martellato
Gehämmert, mit scharfem Anschlag oder Bogenansatz.
Was es bedeutet
Martellato heißt „gehämmert" und verlangt einen scharfen, harten Ansatz. Bei Streichinstrumenten bezeichnet es eine Strichart: Der Bogen bleibt auf der Saite, wird aber mit kurzem, kräftigem Druck angesetzt und sofort wieder entlastet, sodass der Ton mit einem deutlich hörbaren Anfang beginnt und kurz bleibt. Zwischen den Tönen entsteht eine Pause, weil der Bogen liegen bleibt, ohne zu klingen.
Bei Tasteninstrumenten meint der Begriff einen harten, aus dem Arm geführten Anschlag, bei dem jeder Ton einzeln gesetzt wird.
Von marcato unterscheidet sich martellato durch die Schärfe und die Kürze — dort bleibt die volle Tondauer erhalten, hier wird der Ton abgesetzt. Vom gewöhnlichen staccato unterscheidet es sich durch den kräftigen, akzentuierten Ansatz.
Im Notenbild
Das Wort steht kursiv über dem System und gilt für den bezeichneten Abschnitt. In Streicherstimmen erscheinen zusätzlich Keile oder Akzente über den Noten, gelegentlich zusammen mit Staccato-Punkten. Eine eigene, allgemein verbindliche Zeichenform hat die Spielweise nicht; die Bezeichnungen und ihre Zuordnung unterscheiden sich zwischen Schulen und Ausgaben.
Musikalische Verwendung
Verwendet wird die Spielweise in energischen, zupackenden Abschnitten: in Unisono-Passagen, in kraftvollen Begleitfiguren, in Themen mit scharfem Profil. Bei Streichern gehört sie zu den Grundstricharten und wird vor allem in der oberen Bogenhälfte ausgeführt. In der Orchestermusik dient sie dazu, einer Stimme Durchsetzungskraft zu geben.
Beim Klavier spielt man martellato mit festem Handgelenk und Anschlag aus dem Arm. Bei Streichern entspricht es dem martelé. Die Töne sollen gehämmert und deutlich getrennt klingen, ohne dabei hart zu werden. ## Spielpraxis
Setze den Druck vor dem Ton an und entlaste sofort danach, statt während des Tons zu drücken — daraus entsteht der charakteristische Anfang. Lass den Bogen zwischen den Tönen auf der Saite liegen. Achte darauf, dass der Ton trotz der Schärfe klingt und nicht gequetscht wird. Und übe langsam mit bewussten Pausen zwischen den Tönen, bevor du das Tempo steigerst.