Neudeutsche Schule
Komponistenkreis um Liszt und Wagner; Programmmusik und Musikdrama.
Was es bedeutet
Die Neudeutsche Schule ist die Bezeichnung für einen Kreis von Komponisten und Musikschriftstellern um Franz Liszt und Richard Wagner in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Name wurde 1859 vom Musikkritiker Franz Brendel geprägt. Die Vertreter wollten die Musik durch Programmmusik und das Musikdrama weiterentwickeln und verbanden Musik enger mit Dichtung und Ausdruck.
Musikalische Verwendung
Zu den Komponisten der Neudeutschen Schule zählen neben Liszt und Wagner unter anderem Hector Berlioz, Peter Cornelius und Joachim Raff. Liszt schuf in Weimar die Sinfonische Dichtung, Wagner das Musikdrama mit durchkomponierten Szenen und Leitmotiven. Gegenpol waren die Anhänger einer „absoluten“ Musik um Johannes Brahms, Joseph Joachim und den Kritiker Eduard Hanslick; der Streit prägte die deutsche Musikwelt der Zeit.
Abzugrenzen ist die Neudeutsche Schule von der Leipziger Schule um Mendelssohn und Schumann, die stärker an Klassik und Form festhielt, und von der späteren Neuen Musik des 20. Jahrhunderts.
Spielpraxis
Wenn du Werke der Neudeutschen Schule spielst, achte auf den erzählenden Charakter: Sinfonische Dichtungen und Opern verlangen Spannungsbögen und Klangfarben, die Bilder und Handlung tragen. Lass Übergänge fließen, statt Abschnitte zu trennen.