Operette
Heitere musikalische Bühnenform.
Was es bedeutet
Die Operette ist eine heitere Form des Musiktheaters mit gesprochenen Dialogen zwischen den musikalischen Nummern. Sie entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verbindet Gesang, Tanz und Schauspiel. Ihre Stoffe sind unterhaltend, häufig satirisch gefärbt, mit Verwechslungen, Liebeshandlungen und einem versöhnlichen Schluss. Von der komischen Oper unterscheidet sie vor allem der gesprochene Dialog und die Nähe zur populären Musik ihrer Zeit.
Musikalische Verwendung
Musikalisch stützt sich die Operette auf Tanzformen — Walzer, Polka, Marsch, später auch Foxtrott und andere —, auf eingängige Melodik und auf klare Nummernform mit Couplets, Duetten und Ensembles. Die Anforderungen an die Ausführenden sind eigener Art: Gesang, Sprechen und Bewegung müssen gleichermaßen beherrscht werden, und die Wirkung hängt stark vom Timing ab. Als Gattung wurde die Operette lange gering geschätzt, doch ihre besten Werke sind handwerklich anspruchsvoll gearbeitet und enthalten oft gesellschaftskritische Untertöne unter der heiteren Oberfläche.
Spielpraxis
Arbeite Dialog und Musik gemeinsam, nicht getrennt; die Übergänge zwischen Sprechen und Singen sind die heikelsten Stellen und müssen geprobt werden. Achte auf Textdeutlichkeit und auf eine Sprechstimme, die nicht in der Kehle sitzt, damit der Gesang nicht leidet. Halte Tanzrhythmen straff und tänzerisch statt schwer. Kläre Striche und Fassungen früh, weil Operetten oft stark bearbeitet vorliegen. Plane die Kräfte, da Sprechen, Singen und Bewegung zusammen sehr fordernd sind.
die gesprochenen Dialoge eine eigene Technik verlangen: Wer in der Kehle spricht, schadet der Singstimme, und wer zu leise spricht, ist im Saal unverständlich. Arbeite an einer tragenden Sprechstimme und übe die Übergänge zwischen Sprechen und Singen. Beim Walzer im Wiener Stil kommt die zweite Zählzeit leicht vorgezogen; kläre diese Eigenheit mit dem Orchester. Prüfe, ob gesprochene Dialoge dem Publikum angepasst werden sollen, denn viele enthalten zeitgebundene Anspielungen. Übe die Übergänge zwischen gesprochenem Dialog und Gesang, weil die Stimme dabei die Lage wechselt. Prüfe bei Bearbeitungen, ob Dialoge neu geschrieben wurden, weil sich damit Tonfall und Bezüge des Werkes verändern.