Marsch
Ein Marsch ist ein Musikstück im geraden Takt, dessen gleichmäßige Betonung das Gehen im Gleichschritt erleichtern soll. Im Archiv steht er in 2/4 oder C, oft mit einem Hinweis wie „Tempo di marcia“.
- Bedeutung
- Musikstück in geradem Takt im Rhythmus des Marschierens
- Zweck
- Gehen im Gleichschritt erleichtern
- Hinweise im Notenbild
- alla marcia
Gleichmäßige Betonung im geraden Takt
Ein Marsch ist ein Musikstück in geradem Takt und im Rhythmus des Marschierens, zur Unterstreichung des Gleichschritts. Er soll durch gleichmäßige metrische Akzente in meist geradem, zweiteiligem Takt das Gehen oder Marschieren im Gleichschritt erleichtern. Verwandt sind Schreittänze wie die Polonaise.
Gerader Takt heißt hier: Die Schläge ordnen sich zu Zweiergruppen, wie im Zweivierteltakt oder im Viervierteltakt. Auf dem Blatt steht dann 2/4 oder C. Beides kommt unten vor.
| Stück im Archiv | Takt | Vorzeichen | Angabe auf dem Blatt |
|---|---|---|---|
| Marsch der Holzsoldaten Tschaikowsky | 2/4 | zwei Kreuze | „Tempo di Marcia“ mit Metronomangabe ♩ = 140 |
| Soldatenmarsch Schumann | 2/4 | ein Kreuz | „Gaiement et bien rythmé“, Untertitel „Marche militaire“ |
| Gitarrenschule, Stück Nr. 21 Mertz | C | ein ♭ | „Tempo di marcia“ |
| Schwedische Weise Nr. 42 Horetzky | C | keine | „Tempo di marcia“ |
| In der Halle des Bergkönigs Grieg | C | zwei Kreuze | „Alla marcia molto marcato“ mit Metronomangabe ♩ = 138 |
Die Tabelle vergleicht fünf Stücke aus dem Archiv. Gemeinsam sind der gerade Takt und ein Hinweis auf den Marsch im Titel oder im Tempowort. Verschieden sind die Metronomangaben: Tschaikowsky nennt 140, Grieg 138, die anderen Blätter geben keine Zahl an. Auch Schumanns Vortragsangabe „Gaiement et bien rythmé“ steht für sich: Sie nennt Charakter und Rhythmus, nicht das Zeitmaß.
So klingt der Schritt
Auf zwei Blättern fällt dasselbe Muster auf: Auf dem Schlag steht ein kurzer Ton, danach eine Achtelpause. Bei Schumann sieht man es in Takt 2, bei Tschaikowsky schon in Takt 1. Die Pause lässt den Ton enden, bevor der nächste Schlag kommt; so wird jeder Schlag einzeln hörbar. Die Notenzeilen zeigen das Muster und einen kleinen Marsch mit Bass und Akkord.
Ein Marsch im Kleinen: Bass auf der Eins, Akkord auf der Zwei
Ein eigenes Beispiel in C-Dur. Die obere Stimme hat in den Takten 1 und 3 ein punktiertes Achtel, ein Sechzehntel, ein Achtel und eine Achtelpause, in Takt 2 zweimal Achtel und Pause, im letzten Takt zwei Viertel. In den Takten 1 bis 3 setzt die untere Stimme auf jeden der beiden Schläge einen Anschlag: erst einen Basston, dann einen Akkord.
Zwei Schlagmuster aus den Archivstücken, mit eigenen Tönen
Takt 1 und 3 haben denselben Rhythmus wie der erste Takt von Schumanns „Soldatenmarsch“, Takt 2 und 4 wie sein zweiter. Auch bei Tschaikowsky steht im ersten Takt auf jedem Schlag ein Anschlag und danach eine Pause. Die Achtelpause nach dem Anschlag macht den Schritt hörbar: Der Ton endet, bevor der nächste Schlag kommt.
Märsche im Notenarchiv
Klavier
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Marsch der Holzsoldaten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893), aus: Album für die Jugend, op. 39 Nr. 5 laut Blatt · Klavier · 1 Seite
Über dem ersten System steht „Tempo di Marcia“ mit der Angabe Viertel gleich 140. 2/4-Takt, zwei Kreuze. In Takt 1 stehen auf dem Schlag ein Akkord und danach eine Achtelpause, dann ein einzelner Achtelton und wieder eine Achtelpause. Schon in Takt 2 steht ein ♯ vor einem a; im dritten System, ab Takt 16, kommen ♭ dazu. Im fünften System kehrt der Beginn der Seite wieder.
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Soldatenmarsch Robert Schumann (1810–1856), aus: Album für die Jugend, op. 68 Nr. 2 laut Blatt · Klavier · 1 Seite
Untertitel „Marche militaire“, darunter „Gaiement et bien rythmé“. 2/4-Takt, ein Kreuz, f in Takt 1. Das Stück hat 32 Takte. Ein Wiederholungszeichen steht vor Takt 17, ein zweites am Ende nach Takt 32; die Takte 1 bis 16 haben keines. Der Schlussakkord steht im f.
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In der Halle des Bergkönigs Edvard Grieg (1843–1907), aus der Peer-Gynt-Suite Nr. 1, op. 46 Nr. 4 laut Blatt · Klavier · 4 Seiten
Über dem ersten System steht „Alla marcia molto marcato“ mit der Angabe Viertel gleich 138. Taktangabe C, zwei Kreuze, beide Systeme im Bassschlüssel. Der erste Takt trägt eine Fermate; danach beginnt pp mit dem Vermerk „e sempre staccato“.
Gitarre
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Gitarrenschule, Stück Nr. 21 Johann Kaspar Mertz (1806–1856), aus der Gitarrenschule · Gitarre · 1 Seite
Über Takt 1 steht „Tempo di marcia“, dazu Taktangabe C, ein ♭ und mf. Der erste Teil endet mit Klammern „1.“ und „2.“ vor einem Wiederholungszeichen; Akkordsymbole, unter anderem F, C, G7, Am und E, stehen über den Noten.
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Schwedische Weise Felix Horetzky (1796–1870), Nr. 42 aus „60 National Airs of Different Nations“ · Gitarre · 1 Seite
Neben dem ersten System steht „TEMPO DI MARCIA.“, Taktangabe C, keine Vorzeichen. Im Notenbild stehen sf, p, f und „dolce.“; die Akkordsymbole C, G, Am7 und F wechseln sich ab.
Abgrenzung
Mit der Polonaise ist der Marsch verwandt. Die Polonaise steht aber im Dreivierteltakt, wie die Seite zur Polonaise zeigt, der Marsch im geraden Takt. Marschhinweis und Titel müssen nicht zusammenfallen: Bei Grieg steht „Alla marcia“ als Vortragsangabe über einem Stück, dessen Titel das Wort Marsch nicht enthält. Mehr dazu steht auf der Seite alla marcia.
Häufige Fehler
- Die Achtelpause überspielen: Wer den Ton über die Pause hinaus hält, nimmt dem Marsch den klaren Schritt.
- Das Tempo schätzen: Wo eine Metronomangabe steht, gilt sie, bis eine neue Tempoangabe folgt; sie fehlt bei Schumann, Mertz und Horetzky, dort entscheidest du selbst.
- 2/4 mit vier Schlägen zählen: Im Zweivierteltakt gibt es zwei Schläge pro Takt, nicht vier.
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Verwandte Begriffe
Alla marciaPolonaiseZweivierteltaktViervierteltaktTaktartTempoMetronomangabeStaccatoMarcatoTanz
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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