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Tempo

Metronomangabe

Tempoangabe in Schlägen pro Minute, bezogen auf einen Notenwert.

Was es bedeutet

Eine Metronomangabe legt das Tempo als Zahl fest: Sie nennt einen Notenwert und die Zahl seiner Schläge pro Minute. Die Schreibweise ♩ = 72 bedeutet also 72 Viertel in einer Minute. Anders als Tempowörter wie Andante oder Allegro, die einen Bereich und einen Charakter bezeichnen, ist die Metronomangabe eindeutig messbar.

Der Bezugsnotenwert ist dabei ebenso wichtig wie die Zahl. Dieselbe Musik kann mit ♩ = 120 oder mit einer Angabe auf die Halbe bezeichnet sein, und beides meint etwas anderes. In Alla-breve- und zusammengesetzten Takten bezieht sich die Angabe häufig auf die punktierte Viertel oder die Halbe, also auf die tatsächlich empfundene Zählzeit.

Metronomangaben sind mit Vorsicht zu lesen. Viele stammen nicht vom Komponisten, sondern vom Herausgeber; andere sind überliefert, aber umstritten, weil sie ungewöhnlich schnell oder langsam wirken. Als Richtwert taugen sie fast immer, als Vorschrift selten.

Im Notenbild

Die Angabe steht über dem System, meist links neben oder unter dem Tempowort, in der Form „Notenwert = Zahl". Bereichsangaben wie ♩ = 60–66 kommen vor. Klammern kennzeichnen in vielen Ausgaben, dass die Angabe vom Herausgeber hinzugefügt wurde — ein Hinweis, der sich im Vorwort bestätigen lässt. Bei Tempowechseln steht die neue Angabe an der betreffenden Stelle.

Musikalische Verwendung

Seit dem frühen 19. Jahrhundert, mit der Verbreitung des Metronoms, ergänzen solche Zahlen die überlieferten Tempowörter. In der Musik des 20. Jahrhunderts werden sie häufig zur Hauptangabe, besonders dort, wo Tempowechsel exakt bestimmt sein sollen. In älterer Musik fehlen sie und sind, wo sie in Ausgaben erscheinen, stets eine Zutat der Herausgeber.

Spielpraxis

Prüfe zuerst den Bezugsnotenwert, bevor du das Metronom einstellst — hier entstehen die meisten Missverständnisse. Nutze die Zahl zur Orientierung und zur Kontrolle, nicht als ständige Begleitung; ein nur nach Metronom geübtes Stück verliert seine Phrasierung. Übe schwierige Stellen zunächst langsamer und steigere in Schritten. Und prüfe, ob die Angabe zum Charakter passt: Wirkt sie unmöglich, lohnt ein Blick ins Vorwort, von wem sie stammt.