Orchestrierung
Aufteilung der Stimmen auf Instrumente.
Was es bedeutet
Orchestrierung ist die Kunst, musikalische Gedanken auf die Instrumente eines Orchesters zu verteilen. Dazu gehört mehr als die Zuweisung von Stimmen: Es geht um Lage, Verdopplung, Mischung, Balance und darum, welche Farbe eine Linie tragen soll. Der Begriff wird ebenso für die Bearbeitung eines vorhandenen Stückes verwendet, etwa wenn ein Klavierwerk für Orchester eingerichtet wird. Instrumentation wird häufig gleichbedeutend gebraucht.
Musikalische Verwendung
Die Wirkung eines Werkes hängt wesentlich davon ab. Dieselbe Melodie klingt von der Oboe anders als von der Solovioline, und eine Verdopplung in der Oktave verändert nicht nur die Lautstärke, sondern die Farbe. Zu den Grundfragen gehören: Welche Instrumente tragen in welcher Lage, wo entstehen Löcher im Klang, wie bleibt eine Mittelstimme hörbar, wann mischt man und wann setzt man Farben gegeneinander. Seit dem 19. Jahrhundert ist Orchestrierung ein eigenes Lehrfach mit ausgearbeiteter Literatur; zugleich bleibt sie an die praktische Kenntnis der Instrumente gebunden — an ihre Umfänge, Griffweisen, Atembedürfnisse und heiklen Lagen.
Spielpraxis
Wer orchestriert, sollte die Instrumente aus der Nähe kennen und im Zweifel Spieler fragen; vieles, was auf dem Papier funktioniert, ist unbequem oder klingt anders als gedacht. Notiere transponierende Instrumente korrekt und gib klingende Tonhöhen an, wo Missverständnisse möglich sind. Plane Atemstellen und Pausen ein, besonders für Bläser und hohe Blechstimmen. Prüfe Balance nicht am Klavier, sondern durch Hören einer Probe. Halte Stimmen lesbar und Wendestellen praktikabel.
Lesbarkeit und Spielbarkeit zur Arbeit gehören: Eine Stimme mit unmöglichen Wendestellen, fehlenden Taktzahlen oder unklaren Transpositionsangaben kostet Probenzeit, auch wenn die Musik gut gesetzt ist. Prüfe die Stimmen, bevor du sie aus der Hand gibst. Rimski-Korsakow veröffentlichte eine Instrumentationslehre mit Beispielen aus eigenen Werken, die bis heute verbreitet ist. Prüfe Balance durch Hören und nicht am Klavier. Prüfe bei Bearbeitungen fremder Werke, welche Eingriffe nötig und welche bloß Gewohnheit sind, und begründe deine Entscheidungen.