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Dynamik

Perdendosi

Perdendosi (italienisch „sich verlierend“) verlangt, allmählich schwächer zu werden, bis der Klang ganz verklingt. Es steht oft am Schluss einer Phrase oder eines Stücks, an dem die Musik gleichsam im Nichts aufgeht.

Bedeutung
sich verlierend, allmählich verklingend
Lautstärke
wird leiser, bis zum Erlöschen
Steht oft
am Ende einer Phrase oder eines Stücks
Verwandt
Smorzando

Sich verlieren

Perdendosi ist das Gerundium von „perdersi“, „sich verlieren“. Gemeint ist, dass der Klang sich so verliert, wie ein Ruf in der Ferne: leiser und leiser, bis nichts mehr zu hören ist. Anders als beim bloßen Diminuendo ist das Ziel nicht eine bestimmte Stufe, sondern das Ausklingen selbst. Perdendosi steht deshalb vor allem an Schlüssen, aber auch am Ende von Abschnitten, die in die Stille übergehen.

Perdendosi in Stufen als Orientierung: mf, p, pp, ppp

4 4 mf p pp ppp perdendosi

Die Stufen mf, p, pp, ppp zeigen die Richtung zur Orientierung; im Spiel verläuft das Verklingen ruhig und gleichmäßig. Der letzte Ton im dritten Takt steht im ppp und klingt aus.

Perdendosi im Bassschlüssel mit Gabel

4 4 p ppp perdendosi

Eine Gabel führt vom p auf das ppp. Das c im zweiten Takt ist der letzte, kaum noch hörbare Ton.

Perdendosi, smorzando, morendo

Alle drei Wörter beschreiben ein Verlöschen. Smorzando betont das „Abdämpfen“ des Klangs, morendo das „Ersterben“ und oft ein Langsamerwerden. Perdendosi hat die Vorstellung des „Sich-Verlierens“: Die Musik geht gleichsam weg, ohne dass ein Schlag sie abschneidet. Die Unterschiede sind fein. Für die Ausführung spielt vor allem eine Rolle, dass das Verklingen ruhig und gleichmäßig geschieht.

Ausführung

Perdendosi verlangt Kontrolle. Der Ton darf nicht plötzlich abbrechen, und es darf auch keine „Delle“ entstehen, in der die Lautstärke zwischendurch springt. Streicher führen den Bogen weiter, Sängerinnen und Sänger tragen den Atem bis zum Schluss, Pianisten lassen den letzten Ton ausklingen und das Pedal erst spät los.

Zum Üben: Spiele einen Schlusston und lass ihn über vier Zählzeiten verklingen, ohne dass die Lautstärke sprunghaft sinkt. Höre, wann du ihn nicht mehr hörst, und gib dir danach zwei Zählzeiten Stille, ehe du die Hand hebst. So lernst du, dass das Verklingen Teil der Musik ist.

Häufige Fehler

  • Den letzten Ton abschneiden: Perdendosi heißt ausklingen lassen.
  • Zu früh leise werden: Das Verlieren braucht Zeit; es beginnt erst an der angegebenen Stelle.
  • Perdendosi als Tempoangabe lesen: Es betrifft zuerst den Klang.