Potpourri
Zusammenstellung beliebter Melodien.
Was es bedeutet
Ein Potpourri ist eine Aneinanderreihung bekannter Melodien, meist aus einem gemeinsamen Umkreis — einer Oper, einer Operette, dem Werk eines Komponisten oder einem Repertoire volkstümlicher Lieder. Die einzelnen Stücke werden durch kurze Überleitungen verbunden, häufig mit einer Einleitung und einem wirkungsvollen Schluss. Eine Entwicklung findet nicht statt; die Form entsteht durch Reihung und Kontrast.
Musikalische Verwendung
Solche Zusammenstellungen gehören zur Unterhaltungsmusik des 19. und 20. Jahrhunderts und waren vor der allgemeinen Verfügbarkeit von Aufnahmen ein wichtiger Weg, Musik kennenzulernen: Wer keine Oper besuchen konnte, hörte ihre Melodien im Potpourri der Kurkapelle oder spielte sie zu Hause vom Klavierauszug. Bearbeitungen für Blasorchester, Salonorchester und Klavier sind in großer Zahl erschienen. Musikalisch hängt die Qualität an den Überleitungen und an der Abfolge: Gute Potpourris ordnen die Stücke nach Tonart und Charakter so, dass ein Bogen entsteht, schwache reihen ohne Plan.
Spielpraxis
Plane die Übergänge sorgfältig, denn dort entscheidet sich, ob das Stück zusammenhält; probe sie gesondert. Gestalte die einzelnen Abschnitte im Charakter deutlich verschieden, damit keine Gleichförmigkeit entsteht, und achte auf die Tempoverhältnisse. Halte die Gesamtlänge im Blick; Potpourris wirken selten, wenn sie zu lang geraten. Bei Bearbeitungen prüft die Besetzungsangaben und passt sie an die vorhandenen Kräfte an. Nenne im Programm die verwendeten Vorlagen.
die Reihenfolge der Stücke über die Wirkung entscheidet: Eine Folge nach Tonart und Charakter geordnet ergibt einen Bogen, eine beliebige Reihung ermüdet. Prüfe die Anlage der Bearbeitung und passe sie an, wenn nötig. Probe die Überleitungen gesondert, weil dort der Zusammenhalt entsteht. Achte auf die Tempoverhältnisse zwischen den Abschnitten. Halte die Gesamtlänge im Blick und nenne im Programm die verwendeten Vorlagen, damit das Publikum die Bezüge erkennt. Prüfe, ob die Bearbeitung urheberrechtlich geschützte Vorlagen verwendet, bevor du sie öffentlich aufführst. Prüfe zudem, ob die Bearbeitung zur vorhandenen Besetzung passt, weil solche Ausgaben oft feste Stimmen voraussetzen.