Sarrusophon
Doppelrohrblatt-Metallinstrument.
Was es bedeutet
Das Sarrusophon ist ein Blasinstrument aus Metall mit konischer Bohrung und Doppelrohrblatt. Es verbindet damit die Tonerzeugung der Oboen- und Fagottfamilie mit einem Metallkorpus und einer Klappenanlage, die der des Saxophons ähnelt. Gebaut wurde es im 19. Jahrhundert in einer ganzen Familie von Sopran- bis Kontrabasslage; erhalten geblieben ist praktisch nur das Kontrabassinstrument. Notiert wird transponierend, wobei die Stimmung je nach Größe wechselt.
Musikalische Verwendung
Gedacht war die Familie für Militär- und Blasmusik im Freien, wo Doppelrohrblattinstrumente aus Holz zu leise und zu empfindlich sind; das Metallinstrument sollte kräftiger klingen und robuster sein. In dieser Rolle war es einige Zeit verbreitet. In der Kunstmusik erscheint vor allem das Kontrabass-Sarrusophon in französischen Partituren um 1900, wo es die Aufgabe des Kontrafagotts übernimmt oder ergänzt; sein Klang ist dabei direkter und schärfer. Heute werden solche Stimmen fast immer auf dem Kontrafagott ausgeführt, weil Instrumente und Spieler selten sind. Der Begriff bleibt für das Verständnis der Instrumentation jener Werke wichtig.
Spielpraxis
Wer ein solches Instrument spielt, kommt meist vom Fagott oder Kontrafagott; die Griffweise weicht ab und muss eigens gelernt werden. Das Rohrblatt ist groß und verlangt viel Luft bei lockerem Ansatz — zu fester Lippendruck erstickt die Ansprache, die in der Tiefe ohnehin träge ist. Setze früh an, damit der Ton rechtzeitig steht. Prüfe Polster und Dichtigkeit sorgfältig, da die Instrumente meist alt sind und Undichtigkeiten die Tiefe unbrauchbar machen. Passende Rohrblätter sind schwer zu beschaffen und werden in der Regel selbst angepasst; plane Vorrat ein. Kläre im Ensemble frühzeitig, welches Instrument tatsächlich zur Verfügung steht.
Instrumente dieser Art meist historisch sind und Wartung eine eigene Aufgabe darstellt: Polster und Federn entsprechen nicht heutigen Standards, und Fachbetriebe sind selten. Prüfe die Dichtigkeit vor jeder Probe. Wer von einem anderen Doppelrohrblattinstrument kommt, sollte den Ansatz behutsam umstellen und mit langen Tönen beginnen. Kläre im Orchester frühzeitig, ob das Instrument zur Verfügung steht, und entscheide sonst bewusst über eine Alternative, statt die Frage bis zur Hauptprobe offenzulassen.