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Instrument

Schalmei

Doppelrohrblattinstrument des Mittelalters und der Renaissance.

Was es bedeutet

Die Schalmei ist ein historisches Doppelrohrblattinstrument mit konischer Bohrung, das im Mittelalter und in der Renaissance in vielen Größen verbreitet war. Anders als bei der späteren Oboe liegt das Rohrblatt offen im Mund, wird also nicht mit den Lippen umschlossen und gedämpft, wodurch der Klang deutlich lauter und schärfer ausfällt.

Der Name lebt bis heute in einem völlig anderen Instrument weiter: Die moderne Schalmei der Spielmannszüge ist ein ventilloses Blechblasinstrument mit Trichtermundstück, das mit der historischen Schalmei nur den Namen teilt.

Musikalische Verwendung

Historische Schalmeien wurden vor allem im Freien eingesetzt, bei Prozessionen, Turnieren und Tanzmusik, oft im Ensemble unterschiedlicher Größen von der hohen Diskant- bis zur tiefen Bassschalmei. Ihr durchdringender Klang machte sie zum bevorzugten Instrument für Stadtpfeifer und höfische Bläserensembles, bevor sie im Barock von der leiseren, im Mund geführten Oboe abgelöst wurde.

Die moderne Schalmei entstand erst im 20. Jahrhundert für deutsche Spielmanns- und Fanfarenzüge; sie hat mit dem mittelalterlichen Instrument außer dem Namen nichts gemein, da sie über ein Kesselmundstück statt über ein Rohrblatt angeblasen wird.

Abzugrenzen ist die historische Schalmei vom Krummhorn, das ebenfalls ein gekapseltes Doppelrohrblatt besitzt, aber gebogen ist und einen sanfteren, nasaleren Klang hat, sowie vom Pommer, der als größere, tiefere Bauform oft parallel zur Schalmei verwendet wurde.

Spielpraxis

Da das Rohrblatt der historischen Schalmei offen im Mund liegt, lässt sich die Tonhöhe kaum durch Lippendruck korrigieren; achte stattdessen auf präzise Grifftechnik und gleichmäßigen Atemdruck. Ihr lauter Klang eignet sich besonders für den Einsatz im Freien oder im Ensemble, weniger für leise, intime Besetzungen.