Schleife (Orgel)
Bewegliches Holzstück in der Windlade der Orgel, das den Wind zu den Pfeifen freigibt oder sperrt.
Was es bedeutet
Die Schleife ist ein schmales, lineal-ähnliches Holzstück in der Windlade einer Orgel, das mit Löchern versehen ist und sich unter den Pfeifenfüßen eines Registers hin- und herschieben lässt.
Deckt sich ein Loch der Schleife mit dem Fuß einer Pfeife, kann Wind zu ihr strömen; ist die Schleife verschoben, sperrt das massive Holz zwischen den Löchern die Windzufuhr für die gesamte Pfeifenreihe dieses Registers.
Musikalische Verwendung
Bewegt wird die Schleife über den Registerzug, den die Organistin oder der Organist am Spieltisch zieht oder drückt; sie steuert damit nicht einzelne Töne, sondern schaltet ein ganzes Register – also eine Klangfarbe über den gesamten Tonumfang – ein oder aus.
Namensgebend ist die Schleife für die Schleiflade, die verbreitetste historische und bis heute meistgebaute Windladenbauart, bei der jedes Register über eine eigene Schleife verfügt, während die Tonauswahl innerhalb eines Registers über separate Ventile unter jeder Taste erfolgt.
Abzugrenzen ist die Schleife von der Kegellade und vom Schlauchladen, bei denen jeweils andere mechanische oder pneumatische Vorrichtungen sowohl die Ton- als auch die Registerauswahl übernehmen, ohne eine durchgehende, verschiebbare Leiste wie die Schleife zu benutzen.
Spielpraxis
Ziehe ein Register erst vollständig, bevor du die zugehörigen Tasten spielst, da eine nur halb gezogene Schleife zu unsauberem Ansprechen oder gar keinem Klang führen kann. Plane Registerwechsel innerhalb eines Stücks so, dass ausreichend Zeit bleibt, die entsprechenden Züge sauber zu betätigen.