Schnalzlaut
Klick-Laut beim Sprechen.
Was es bedeutet
Ein Schnalzlaut entsteht, wenn im Mund ein Unterdruck erzeugt und plötzlich gelöst wird; es klickt, ohne dass Luft aus der Lunge strömt. In mehreren Sprachen des südlichen Afrika sind solche Laute reguläre Konsonanten und tragen Bedeutung. Im Deutschen kommen sie nur als außersprachliche Zeichen vor, etwa als missbilligendes Zungenschnalzen. Weil sie ohne Atemluft gebildet werden, lassen sie sich unabhängig vom Gesangston erzeugen.
Musikalische Verwendung
In der Musik erscheinen Schnalzlaute auf zwei Wegen. Zum einen gehören sie zur Vokalmusik jener Sprachen, in denen sie Teil des Lautbestands sind; dort sind sie nichts Besonderes, sondern schlicht Konsonanten des Textes. Zum anderen werden sie in der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts als eigenständiges Klangmaterial eingesetzt, in Chor- und Solowerken, die mit geräuschhaften Elementen arbeiten. Dort dienen sie als perkussive Schicht, die von denselben Ausführenden erzeugt wird, die auch singen. Die Notation dafür ist nicht einheitlich und wird meist im Vorwort einer Partitur erklärt.
Spielpraxis
Erzeuge den Laut mit Zunge und Gaumen, ohne den Atem einzusetzen; er funktioniert auch beim Einatmen und lässt sich deshalb rhythmisch frei setzen. Übe Gleichmäßigkeit in Lautstärke und Klangfarbe, denn im Chor fallen Unterschiede sofort auf. Achte darauf, dass der Klick nicht mit einem hörbaren Atemgeräusch verbunden wird. Kläre bei zeitgenössischen Werken anhand des Partiturvorworts, welcher Laut genau gemeint ist. Bei Texten in Sprachen mit Schnalzlauten hole sprachliche Beratung ein, statt die Laute nach Gehör nachzuahmen.
solche Laute in Chorwerken gemeinsam ausgeführt werden müssen, damit sie als rhythmische Schicht wirken: Ungleiche Lautstärke oder Klangfarbe fällt sofort auf. Übe sie zunächst ohne Tonhöhe und lege eine gemeinsame Ausführung fest. Übe die Laute zunächst isoliert und in langsamem Tempo, bevor du sie in den musikalischen Zusammenhang einbaust. Kläre bei zeitgenössischen Werken das Partiturvorwort. Im Xhosa und Zulu sind Schnalzlaute feste Bestandteile der Sprache, wie im bekannten Lied Qongqothwane.