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Vortrag

Schneidend

Scharf, einschneidend.

Was es bedeutet

Schneidend ist eine deutsche Vortragsbezeichnung und verlangt einen scharfen, durchdringenden Klang. Die Töne sollen hell und hart angesetzt werden, mit ausgeprägten Obertönen, sodass sie sich deutlich vom übrigen Klang abheben.

Die Angabe betrifft vor allem die Klangfarbe und die Artikulation. Sie meint nicht notwendig große Lautstärke: Auch ein leiser Ton kann schneidend sein, wenn er scharf angesetzt ist.

Von martellato, das einen gehämmerten Anschlag meint, unterscheidet sich schneidend durch die Betonung der Farbe statt des Ansatzes. Von squillante, das schmetternd bedeutet und vor allem auf Blechbläser zielt, unterscheidet es sich durch die Härte. Bei Blechbläsern wird der schneidende Klang häufig als cuivré bezeichnet, eine eigene Spieltechnik mit metallisch-scharfem Ton.

Im Notenbild

Das Wort steht über dem System an der Stelle, ab der es gilt. Häufig tritt es zusammen mit Akzenten, Sforzati und Anweisungen zur Spielweise auf — bei Streichern etwa Spiel nahe am Steg, bei Blechbläsern gestopfter oder schmetternder Ton.

Musikalische Verwendung

Verwendet wird die Bezeichnung in Abschnitten, die Härte oder Bedrohung ausdrücken, in Orchesterstellen, in denen eine Stimme aus dem Gesamtklang herausschneiden soll, und in Musik des späten 19. und 20. Jahrhunderts, in der die Klangfarbe als eigenständiges Ausdrucksmittel eingesetzt wird.

Die Anweisung verlangt einen scharfen, harten Klang mit spitzer Artikulation. Streicher spielen nahe am Steg mit viel Druck, Bläser mit hartem Zungenstoß. Man findet sie in Musik des 20. Jahrhunderts, etwa bei Mahler. Der Klang soll wie ein Messer durch den Satz dringen, ohne dabei unkontrolliert zu werden. ## Spielpraxis

Suche die Schärfe in der Klangfarbe: bei Streichern näher am Steg und mit schnellerem Bogen, bei Bläsern mit festerem Ansatz, am Klavier mit kurzem, bestimmtem Anschlag. Vermeide dabei, den Ton zu zerdrücken — schneidend heißt klar und hart, nicht unsauber. Halte die Intonation genau, denn scharfe Töne verzeihen keine Abweichung. Und setze die Farbe gezielt ein, damit sie ihre Wirkung behält.