Shanty
Arbeitslied der Seeleute.
Was es bedeutet
Ein Shanty ist ein Arbeitslied der Seeleute auf Segelschiffen. Es diente dazu, gemeinsame Arbeitsvorgänge zu takten — das Hieven von Segeln, das Drehen des Gangspills, das Pumpen. Kennzeichnend ist die Wechselform: Ein Vorsänger singt die Zeilen, die Mannschaft antwortet mit einem gleichbleibenden Refrain, und genau auf diesen Ruf fällt der gemeinsame Zug oder Stoß. Die Art der Arbeit bestimmt dabei Rhythmus und Tempo, sodass verschiedene Typen von Shanties unterschieden werden.
Musikalische Verwendung
Musikalisch sind Shanties schlicht gebaut: kurze Melodien mit begrenztem Umfang, klare Gliederung, viel Wiederholung. Das ist keine Beschränkung, sondern Voraussetzung, denn gesungen wurde unter körperlicher Anstrengung und ohne Noten. Die Texte sind häufig improvisiert und variabel; feststehend ist nur der Refrain. Mit dem Ende der Segelschifffahrt verlor die Gattung ihre Funktion und lebt seither als Repertoire von Chören und in der Folkmusik weiter — dort allerdings als konzertante Form, die mit der ursprünglichen Arbeitsfunktion nur noch mittelbar zu tun hat.
Spielpraxis
Halte das Zeitmaß fest und gleichmäßig; ein Shanty lebt vom Zug, nicht von Rubato. Besetze den Vorsänger deutlich und lass ihn wirklich führen, mit freier Textgestaltung, während die Gruppe den Refrain stabil hält. Singe kräftig, aber ohne Pressen, und achte auf klare Aussprache, weil der Text erzählt. Wähle eine Tonart, die für alle bequem liegt, da meist unbegleitet gesungen wird. Vermeide übertriebene Verzierungen — die Wirkung entsteht aus Einfachheit und gemeinsamer Wucht.
die verschiedenen Typen zu verschiedenen Arbeiten gehörten und sich in Tempo und Gliederung unterscheiden: Ein Lied zum Hieven klingt anders als eines zum Gangspill. Wer das berücksichtigt, gestaltet richtiger als wer alles gleich singt. Man unterscheidet Arbeitsformen wie Capstan Shanties für das Drehen der Ankerwinde und Halyard Shanties für das Hissen der Segel. Der Vorsänger hieß Shantyman. Seit dem 20. Jahrhundert werden Shanties vor allem von Chören an Land gepflegt.