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Instrument

Silbermann

Berühmter Orgelbauer des 18. Jh.

Was es bedeutet

Silbermann ist der Name einer Familie von Orgel- und Instrumentenbauern des 18. Jahrhunderts, deren Instrumente bis heute als Maßstab gelten. Gottfried Silbermann wirkte vor allem in Sachsen, Andreas Silbermann und dessen Sohn Johann Andreas im Elsass. Zahlreiche ihrer Orgeln sind erhalten und werden gespielt. Wenn in Registrieranweisungen, Literaturhinweisen oder Konzertankündigungen von einer Silbermann-Orgel die Rede ist, ist damit ein bestimmter Bautyp mit eigenem Klangcharakter gemeint, nicht nur eine Herkunftsangabe.

Musikalische Verwendung

Für die Aufführungspraxis ist der Name wichtig, weil die erhaltenen Instrumente zeigen, wie die Orgelmusik des 18. Jahrhunderts geklungen haben kann: mit tragfähigen Prinzipalen, charakteristischen Zungenstimmen und einem geschlossenen, auf den Raum abgestimmten Gesamtklang. Registrierungen für Werke dieser Zeit orientieren sich häufig an solchen Dispositionen. Gottfried Silbermann baute außerdem frühe Hammerflügel und gehört damit zu den Wegbereitern des Klaviers; die Entwicklungsgeschichte dieses Instruments führt über mehrere Werkstätten und Jahrzehnte. Über Einzelheiten der Biografien und Zuschreibungen gibt es Forschungsliteratur, die im Zweifel heranzuziehen ist.

Spielpraxis

An einem historischen Instrument gelten eigene Regeln: Die mechanische Traktur spricht unmittelbar an, verlangt aber ein bewusstes Loslassen; Artikulation wird dadurch zum wichtigsten Ausdrucksmittel. Prüfe vor dem Spielen, welche Register vorhanden sind und wie sie sich mischen, und rechne damit, dass die Stimmung von der gleichstufigen abweichen kann — dann klingen entfernte Tonarten anders als gewohnt. Behandle alte Instrumente mit Rücksicht: keine gewaltsamen Registerzüge, keine dauerhaft gehaltenen Vollregistrierungen, und melde Auffälligkeiten dem zuständigen Orgelbauer.

an historischen Instrumenten häufig eine ungleichstufige Stimmung vorliegt: Dieselbe Musik klingt dann in verschiedenen Tonarten unterschiedlich gefärbt, und entfernte Tonarten wirken schärfer. Das ist kein Mangel, sondern gehört zum Instrument; berücksichtige es bei der Programmwahl. Prüfe vor dem Spielen, welche Register vorhanden sind und wie sie sich mischen, und notiere die gefundene Registrierung. Gottfried Silbermann schuf nach der Neuen Deutschen Biographie insgesamt 46 Orgeln in Mitteldeutschland, als erstes großes Werk die 1714 vollendete Orgel des Freiberger Doms.