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Skordatur

Umstimmung der Saiten.

Was es bedeutet

Skordatur bedeutet, eine oder mehrere Saiten anders zu stimmen als üblich. Statt der gewohnten Quinten der Violine kann etwa die tiefste Saite einen Ganzton höher gezogen oder die höchste heruntergestimmt werden. Damit verschiebt sich das gesamte Griffsystem: Der Spieler greift weiterhin nach gewohntem Muster, es klingt aber etwas anderes. Deshalb wird Skordatur häufig in Grifftabulatur-Logik notiert — man schreibt, was zu greifen ist, nicht, was klingt.

Im Notenbild

Zu Beginn des Satzes stehen die geforderten Saitentöne als rhythmuslose Notengruppe. Danach folgt der Hinweis, ob greifend oder klingend notiert wird; bei greifender Notation stimmen Notenbild und Klang nicht überein, was beim Lesen ungewohnt ist. Die Rückkehr zur Normalstimmung verlangt die Angabe accordatura.

Musikalische Verwendung

Umgestimmt wird aus drei Gründen: um sonst unspielbare Doppelgriffe und Akkorde zu ermöglichen, um die Resonanz einer bestimmten Tonart zu verstärken, und um die Klangfarbe zu verändern, da eine herauf- oder heruntergestimmte Saite anders spricht. Die Technik hat ihre Blütezeit im 17. und frühen 18. Jahrhundert, wird aber auch danach benutzt, etwa wenn eine Solovioline besonders schneidend oder ein Instrument fremd klingen soll. In Volksmusiktraditionen verschiedener Regionen ist sie ebenfalls verbreitet.

Spielpraxis

Rechne damit, dass eine umgestimmte Saite ihre Stimmung erst nach einigen Minuten hält; stimme deshalb früh um und kontrolliere kurz vor dem Einsatz. Zu starkes Hochstimmen belastet Saite, Steg und Decke — halte dich an die vorgeschriebene Höhe und nutze notfalls eine dafür geeignete Saite. Beim Lesen greifender Notation hilft es, sich die klingende Fassung einmal danebenzuschreiben, um die Intonation im Ensemble zu kontrollieren. Ist im Konzert kein Umstimmen möglich, ist ein zweites, bereits umgestimmtes Instrument die übliche Lösung.

die veränderte Spannung den Klang des ganzen Instruments betrifft: Eine heruntergestimmte Saite spricht träger an und klingt matter, eine hochgestimmte heller und angespannter. Rechne damit bei der Gestaltung und passe die Bogenführung an. Prüfe, ob die vorgeschriebene Stimmung mit deinen Saiten erreichbar ist, und verwende notfalls geeignete Saiten. Kontrolliere kurz vor dem Einsatz erneut, weil umgestimmte Saiten lange nachgeben.