Sphärophon
Frühes elektronisches Musikinstrument von Jörg Mager aus den 1920er-Jahren.
Was es bedeutet
Das Sphärophon ist ein frühes elektronisches Musikinstrument, das der deutsche Erfinder Jörg Mager in den 1920er-Jahren entwickelte. Es erzeugte Töne auf röhrenelektrischem Weg und ermöglichte, anders als die meisten damaligen Tasteninstrumente, ein stufenloses Gleiten zwischen den Tonhöhen.
Der Name spielt bewusst auf die antike Vorstellung der Sphärenmusik an, der kosmischen Harmonie der Himmelskörper.
Musikalische Verwendung
Mager interessierte sich besonders für Mikrotonalität, also Tonabstufungen jenseits des zwölfstufigen temperierten Systems, und sah im Sphärophon ein Werkzeug, um solche Zwischentöne praktisch spielbar zu machen. Damit reiht sich das Instrument in die frühe Geschichte der elektronischen Musik ein, zusammen mit Instrumenten wie dem Theremin und dem Trautonium.
Verbreitung und Nachwirkung des Sphärophons blieben begrenzt; anders als das Theremin setzte es sich nicht als bekanntes Konzert- oder Filmmusikinstrument durch, und nur wenige Exemplare sind bis heute dokumentiert.
Abzugrenzen ist das Sphärophon vom Theremin, das berührungslos über die Annäherung der Hände an Antennen gespielt wird, sowie vom Trautonium, das über eine Widerstandsdrahtbahn bedient wird; alle drei zählen zu den frühen monophonen elektronischen Instrumenten, unterscheiden sich aber in Bauweise und Bedienung.
Spielpraxis
Beschäftigst du dich mit dem Sphärophon, etwa im Rahmen der Geschichte elektronischer Musik, achte auf seine Rolle als frühes Experimentierfeld für Mikrotonalität, nicht als praxistaugliches Standardinstrument seiner Zeit.