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Geschichte

Sphärenmusik

Antike Vorstellung, wonach die Bewegung der Himmelskörper Klänge erzeuge, bis heute als musikphilosophisches Motiv rezipiert.

Was es bedeutet

Die Sphärenmusik (lateinisch musica universalis) ist eine antike Vorstellung, wonach die Bewegung der Himmelskörper an sich klingende Töne erzeuge, die sich zu einer kosmischen Harmonie fügen. Diese „Musik" ist für das menschliche Ohr jedoch nicht hörbar.

Die Idee wird vor allem mit Pythagoras und der pythagoreischen Schule verbunden, die einen Zusammenhang zwischen den Zahlenverhältnissen der Musikintervalle und den Abständen beziehungsweise Umlaufzeiten der Planeten vermutete.

Musikalische Verwendung

In der Antike und im Mittelalter wurde die Sphärenmusik oft als höchste von drei Stufen der Musik verstanden, über der klingenden Instrumental- und Vokalmusik und der inneren Harmonie des menschlichen Körpers, etwa bei Boethius in seiner Einteilung von musica mundana, musica humana und musica instrumentalis.

Als reale, akustisch beschreibbare Klangerscheinung ist die Sphärenmusik naturwissenschaftlich nicht haltbar; sie wurde jedoch als philosophisches und poetisches Motiv immer wieder aufgegriffen, etwa bei Kepler, der Planetenbewegungen mit musikalischen Verhältnissen in Beziehung setzte, sowie in Literatur, bildender Kunst und gelegentlich in der Musik selbst als Anspielung.

Abzugrenzen ist die Sphärenmusik von der tatsächlich hörbaren Instrumental- und Vokalmusik sowie von modernen, rein metaphorischen Verwendungen des Begriffs, die keinen Bezug mehr zur ursprünglichen kosmologischen Theorie haben.

Spielpraxis

Begegnest du dem Begriff Sphärenmusik in einem Werktitel oder Programmtext, ordne ihn als Anspielung auf diese alte, symbolisch gemeinte Idee kosmischer Harmonie ein, nicht als Beschreibung eines real hörbaren Klangs.