Spieldose
Mechanisches Musikinstrument, bei dem eine gestiftete Walze oder Scheibe Metallzungen anreißt.
Was es bedeutet
Die Spieldose ist ein mechanisches Musikinstrument, bei dem eine mit Stiften besetzte Walze oder Scheibe rotiert und dabei mit ihren Stiften eine Reihe abgestimmter Metallzungen anreißt. Jede Zunge klingt in einer bestimmten Tonhöhe, sodass die feste Anordnung der Stifte eine bestimmte Melodie festlegt.
Angetrieben wird die Walze meist durch ein aufgezogenes Federwerk, ähnlich einem Uhrwerk.
Musikalische Verwendung
Spieldosen wurden vor allem im 18. und 19. Jahrhundert in der Schweiz und später auch in Deutschland populär, zunächst als kostbare Einzelanfertigungen, später als breiter verfügbare Massenware, oft eingebaut in Schmuckkästchen, Uhren oder eigenständige Möbelstücke.
Mit auswechselbaren Walzen oder Lochplatten (später auch Lochscheiben) ließen sich mehrere Melodien für dasselbe Instrument bereithalten, was die Spieldose zu einem frühen Vorläufer späterer mechanischer und elektronischer Musikwiedergabegeräte macht.
Abzugrenzen ist die Spieldose von der Drehorgel, die durch Luftströme Pfeifen zum Klingen bringt, sowie vom Musikautomaten im weiteren Sinn, der auch komplexere Mechanismen wie automatische Klaviere oder Orchestrien umfassen kann.
Spielpraxis
Ziehe das Federwerk einer Spieldose gleichmäßig und nicht zu stark auf, um Beschädigungen zu vermeiden. Höre bewusst auf den charakteristischen, leicht metallischen Klang der Zungen, der sich deutlich von akustischen oder elektronischen Klangerzeugern unterscheidet.