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Vortrag

Stimmen

Saiten oder Pfeifen einstimmen.

Was es bedeutet

Stimmen bezeichnet das Einrichten eines Instruments auf die richtige Tonhöhe. Bei Saiteninstrumenten geschieht es durch Spannen oder Lockern der Saiten, bei Blasinstrumenten durch Verändern der Rohrlänge, bei Orgeln durch Eingriffe an den Pfeifen, beim Klavier durch den Klavierstimmer mit einem eigenen Werkzeug.

Der Vorgang hat zwei Seiten. Zum einen wird ein Bezugston festgelegt, heute meist das eingestrichene a mit einer bestimmten Frequenz; zum anderen werden die übrigen Töne im Verhältnis dazu eingestellt. Bei Instrumenten mit festen Tonhöhen, etwa Tasteninstrumenten, bestimmt dabei die gewählte Stimmung, wie die Intervalle zueinander stehen.

Das Wort hat im Deutschen weitere Bedeutungen — Stimmen als Einzelstimmen einer Partitur oder als Singstimmen —, die hier nicht gemeint sind.

Im Notenbild

Das Stimmen selbst wird nicht notiert. In Partituren erscheinen jedoch Angaben zur Umstimmung, etwa wenn eine Saite eines Streichinstruments anders gestimmt werden soll als üblich; der Fachbegriff dafür ist Skordatur. Bei Pauken stehen die erforderlichen Stimmtöne am Anfang der Stimme und bei Wechseln an der betreffenden Stelle.

Musikalische Verwendung

Die Frage der Stimmhöhe hat sich im Lauf der Geschichte gewandelt: Der Bezugston lag zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten unterschiedlich hoch. In der historisch orientierten Aufführungspraxis werden deshalb oft tiefere Stimmhöhen verwendet als heute üblich. Im Orchester wird vor jeder Probe und Aufführung gemeinsam nach einem Referenzton gestimmt, traditionell von der Oboe gegeben.

Im Orchester stimmt man nach dem a der Oboe, im Ensemble oft nach einem Tasteninstrument. Tasteninstrumente werden vom Stimmer gestimmt.

Spielpraxis

Stimme in Ruhe und vor dem Spielen, nicht während des Einsatzes der anderen. Höre auf Schwebungen: Zwei fast gleiche Töne erzeugen ein Flackern, das verschwindet, wenn sie übereinstimmen. Prüfe die Stimmung während einer längeren Probe erneut, da Temperatur und Spiel sie verändern. Und stimme im Ensemble auf den gemeinsamen Bezugston, nicht auf ein eigenes Stimmgerät allein.