Tambourin
Schellenrahmen mit Fell.
Was es bedeutet
Das Tambourin ist ein flacher Holzrahmen mit aufgespanntem Fell, in dessen Zarge paarweise kleine Metallschellen eingelassen sind. Angeschlagen wird das Fell mit Hand, Finger oder Knöchel; ebenso kann das Instrument geschüttelt werden, sodass nur die Schellen klingen. Es vereint damit zwei Klangerzeuger: das Fell als Membranophon und die Schellen als selbstklingende Metallteile. Eine bestimmte Tonhöhe hat es nicht. Es gibt auch Rahmen ohne Fell, die nur aus Zarge und Schellen bestehen.
Im Notenbild
Notiert wird das Tambourin auf einer Linie in der Schlagzeugzeile. Wichtig sind Wortangaben zur Spielweise: Schlagen, Schütteln oder Daumenwirbel; sie klingen völlig verschieden. Wirbel erscheinen als Tremolostriche, wobei der Notentext offenlassen kann, ob ein Schüttelwirbel oder ein Daumenwirbel gemeint ist.
Musikalische Verwendung
Das Instrument ist in zahlreichen Traditionen des Mittelmeerraums und darüber hinaus verbreitet und mit Tanz verbunden. In der europäischen Orchestermusik erscheint es seit dem 18. Jahrhundert, oft um einen tänzerischen oder südlichen Tonfall aufzurufen, später allgemein als rhythmische Farbe. Sein Klang ist hell und setzt sich gut durch, weshalb er gezielt dosiert wird. Charakteristisch ist die Verbindung aus einem klar hörbaren Anschlag und dem nachklingenden Schellenrauschen — beides gehört zusammen und bestimmt, wie deutlich ein Rhythmus wirkt.
Spielpraxis
Halte das Instrument leicht geneigt und schlage mit den Fingerspitzen nahe am Rand, wo das Fell straffer ist; in der Mitte klingt es dumpfer. Für leise Stellen genügt ein Antippen mit einem Finger. Den Daumenwirbel erzeugst du, indem du den angefeuchteten Daumen über das Fell führst, sodass er ruckartig gleitet — das braucht Übung und das richtige Maß an Feuchtigkeit. Für sehr schnelle Rhythmen legt man das Instrument auf das Knie und spielt mit beiden Händen abwechselnd. Dämpfe das Schellenrauschen am Ende bewusst an der Zarge ab.
Instrumente mit vielen Schellen lange nachklingen und rhythmische Figuren verwischen können: Für deutliche Rhythmen eignen sich Modelle mit wenigen Schellenpaaren besser. Halte mehrere Instrumente bereit und wähle nach der Stelle. Beim Schüttelwirbel entsteht die Lautstärke aus der Amplitude, nicht aus der Geschwindigkeit. Achte auf das Ende: Ein unkontrolliertes Ausklingen der Schellen wirkt nachlässig, deshalb wird die Zarge abgedämpft. Prüfe vor dem Einsatz das Fell, weil es bei Feuchtigkeit erschlafft.