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Vortrag

Tanto

\"So sehr\".

Was es bedeutet

Tanto heißt „so sehr, so viel" und begegnet im Notentext vor allem in der verneinten Wendung non tanto, „nicht so sehr". Allegro non tanto verlangt demnach ein Allegro, das nicht zu rasch genommen werden soll; Adagio ma non tanto ein langsames Tempo, das nicht zu sehr gedehnt wird.

In dieser Funktion ist non tanto nahezu gleichbedeutend mit non troppo, „nicht zu sehr". Beide schränken das vorangehende Wort ein und warnen vor einer Übertreibung. Wo überhaupt unterschieden wird, gilt non tanto als die etwas mildere Einschränkung — gemeint ist „nicht ganz so", während non troppo ausdrücklich eine Grenze setzt.

Ohne Verneinung erscheint tanto selten; es verstärkt dann ähnlich wie molto.

Im Notenbild

Das Wort steht kursiv zusammen mit dem Grundwort, meist in der Wendung ma non tanto hinter einem Tempowort, über dem ersten System eines Satzes oder Abschnitts. Es wird Teil des Satznamens.

Musikalische Verwendung

Einschränkende Zusätze gehören zum Bestand der Tempobezeichnung seit dem 18. Jahrhundert. Sie erlauben feine Abstufungen und zeigen zugleich, welche Übertreibung der Komponist befürchtete. Ein Allegro ma non tanto steht häufig über Sätzen, deren Notenbild zu einem hohen Tempo verleitet, deren Charakter aber Gewicht verlangt.

Tanto verstärkt oder begrenzt eine Angabe, etwa non tanto für nicht so sehr oder allegro non tanto für nicht zu schnell. Es steht meist in verneinter Form. Die Bedeutung ähnelt troppo, das ebenfalls häufig verneint gebraucht wird. Die Anweisung mahnt zur Mäßigung und hilft, übertriebene Tempi zu vermeiden. Die Wendung allegro ma non tanto findet sich etwa bei Beethoven.

Spielpraxis

Lies die Einschränkung als Hinweis auf eine Gefahr: Frage, wodurch der Satz zu schnell oder zu langsam werden könnte, und richte das Tempo danach ein. Prüfe das Tempo an der dichtesten Stelle. Und halte die Mäßigung über den ganzen Satz durch — die Warnung gilt nicht nur für den Anfang.