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Form

Tarantella

Süditalienischer Tanz im 6/8-Takt.

Was es bedeutet

Die Tarantella ist ein süditalienischer Volkstanz im Sechsachtel- oder Dreiachteltakt, benannt nach der Stadt Tarent. Sie ist ein sehr rascher, wirbelnder Tanz mit einem durchgehenden, mitreißenden Rhythmus.

Mit dem Namen ist eine verbreitete Legende verbunden: Der Tanz habe als Heilmittel gegen den Biss der Tarantel gegolten, deren Gift durch heftiges, stundenlanges Tanzen ausgeschwitzt werden sollte. Diese Überlieferung ist Teil der Volkskultur und nicht als Tatsache zu verstehen; sie erklärt aber den Ruf des Tanzes als besonders wild und unaufhaltsam.

Kennzeichnend sind ein sehr schnelles Tempo, durchlaufende Achtel in Dreiergruppen, häufig in Moll, und eine Steigerung zum Ende hin. Vom Saltarello, einem anderen italienischen Tanz im zusammengesetzten Takt, unterscheidet sie sich durch die gleichmäßiger fließende Bewegung.

Im Notenbild

Die Tarantella steht im Sechsachteltakt, erkennbar an der Balkung in Dreiergruppen. Die Bewegung läuft über lange Strecken in gleichmäßigen Achteln durch. Die Form ist oft in Abschnitte gegliedert, die sich in Tempo oder Dichte steigern.

Musikalische Verwendung

Als Volkstanz ist die Tarantella in Süditalien bis heute lebendig. Im 19. Jahrhundert wurde sie ein beliebtes Virtuosenstück in der Klavier- und Violinliteratur und erscheint in Sinfonien und Kammermusik als Schlusssatz von großer Lebendigkeit.

Die Tarantella stammt aus Süditalien und wurde mit dem Biss der Tarantel in Verbindung gebracht: Wer gebissen war, sollte durch wildes Tanzen geheilt werden. Musikalisch steht sie im raschen Sechsachteltakt mit gleichmäßigen Achteln und steigert sich oft bis zum Schluss. Chopin, Liszt und Rossini schrieben bekannte Tarantellen. Im Finale von Mendelssohns Italienischer Sinfonie, einem Saltarello, sind tarantellaartige Abschnitte eingeflochten. Sie steht meist in Moll.

Spielpraxis

Halte das Tempo rasch und die Dreiergruppen gleichmäßig. Betone die erste Achtel jeder Gruppe leicht, damit der Tanz nicht in eine gleichförmige Bewegung zerfällt. Plane die Steigerung zum Schluss und halte Reserve dafür. Und achte darauf, dass die Bewegung trotz des Tempos klar bleibt.