Toccata
Virtuoses, freies Instrumentalstück.
Was es bedeutet
Die Toccata ist ein virtuoses Stück für Tasteninstrumente, dessen Name vom italienischen Wort für berühren stammt: Gemeint ist das Anschlagen der Tasten, im Gegensatz zum gestrichenen oder gesungenen Ton. Kennzeichnend sind rasche Läufe, gebrochene Akkorde, Akkordschläge und ein improvisatorischer Zug. Häufig wechseln freie Abschnitte mit streng gearbeiteten, sodass eine Folge kontrastierender Teile entsteht; in vielen Fällen bildet die Toccata mit einer Fuge ein Paar.
Musikalische Verwendung
Die Gattung entwickelte sich im 16. und 17. Jahrhundert und diente zunächst dazu, Instrument und Raum zum Klingen zu bringen und in eine Tonart einzuführen. Daraus wurde ein Stück eigenen Rechts, das die Möglichkeiten des Instruments und die Fertigkeit des Spielers zeigt. In der Orgelmusik bleibt die Toccata bis in die Gegenwart lebendig, im 19. und 20. Jahrhundert häufig als gleichmäßig durchlaufendes Stück mit motorischem Charakter. Auch für Klavier und für andere Instrumente ist der Titel gebräuchlich, meist für Stücke mit durchgehender schneller Bewegung. Der Name kommt vom italienischen toccare, berühren, und verweist auf das Anschlagen der Tasten.
Spielpraxis
Halte die Bewegung gleichmäßig; motorische Toccaten leben von rhythmischer Stabilität, nicht von Beschleunigung. Bei älteren Toccaten mit wechselnden Abschnitten plane die Übergänge und gestalte die freien Teile mit kontrollierter Zeitgestaltung, nicht beliebig. Wähle an der Orgel eine Registrierung, die Deutlichkeit wahrt; zu volle Registrierung macht schnelle Läufe zu Klangbrei, besonders in halligen Räumen. Passe das Tempo dem Nachhall an und artikuliere deutlicher, als es im trockenen Übungsraum nötig wäre.
ältere Toccaten und motorische Toccaten des 19. und 20. Jahrhunderts gegensätzliche Anforderungen stellen: Die einen verlangen freie Zeitgestaltung und den Wechsel kontrastierender Abschnitte, die anderen unbedingte rhythmische Stabilität. Prüfe den Typus, bevor du an die Gestaltung gehst. Frühe Toccaten stammen von Claudio Merulo und Girolamo Frescobaldi. Im 20. Jahrhundert schrieben Widor und Prokofjew berühmte Toccaten. Prüfe, ob das Stück zu einer Fuge gehört, weil viele Ausgaben beide Teile getrennt drucken.