Zum Inhalt springen
Streicher

Abstrich

Abwärtsbewegung des Streichbogens, Symbol ⊓.

Was es bedeutet

Der Abstrich ist diejenige Bogenbewegung, bei der die Hand vom Frosch zur Spitze wandert, der Bogen also aus dem Körper heraus über die Saite gezogen wird. Er bildet zusammen mit dem Aufstrich das Grundpaar aller Bogenführung auf Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass. Weil der Bogen am Frosch am schwersten ist und der Arm dort die meiste Kraft überträgt, beginnt ein Abstrich in der Regel mit natürlichem Gewicht und verliert zur Spitze hin an Substanz.

Im Notenbild

Vorgeschrieben wird der Abstrich mit einem kleinen eckigen Zeichen über der Note, das an eine liegende Klammer erinnert. Es steht nur dort, wo die Strichrichtung nicht ohnehin aus dem Zusammenhang folgt: an Satzanfängen, nach Pausen, an Stellen mit ungewöhnlicher Einteilung oder wenn ein ganzes Register einheitlich spielen soll. Fehlt jede Angabe, entscheidet der Spieler oder die Stimmführung der Gruppe; in Orchesterstimmen trägt der Konzertmeister die Striche für die Streicher ein.

Musikalische Verwendung

Der Abstrich gilt als der schwerere, betontere der beiden Striche. Deshalb liegt er traditionell auf betonten Zählzeiten, besonders auf der Eins eines Taktes; die alte Regel vom guten Taktteil im Abstrich prägt bis heute die Einrichtung von Orchesterstimmen. Marschartige, akzentuierte oder feierliche Musik nutzt bewusst aufeinanderfolgende Abstriche, um jedem Ton dasselbe Gewicht zu geben. Umgekehrt kann ein Komponist die Erwartung brechen und eine Betonung in den Aufstrich legen, um eine Stelle leichter wirken zu lassen.

Spielpraxis

Achte darauf, dass der Abstrich nicht automatisch lauter wird, nur weil der Arm am Frosch mehr Gewicht mitbringt. Gleichmäßigkeit entsteht, wenn du zur Spitze hin etwas mehr Armgewicht nachgibst und den Kontaktpunkt zur Saite stabil hältst. Der Ellbogen führt die Bewegung, das Handgelenk gleicht aus; ein starres Gelenk verrät sich sofort durch einen harten Ansatz. Plane vor dem Üben einer Passage die Strichrichtungen so, dass die wichtigen Töne im Abstrich liegen und du nicht kurz vor einer betonten Stelle in der Spitze festsitzt. Übe eine schwierige Stelle bewusst auch mit vertauschten Strichrichtungen — das zeigt, wie viel der Klang von der Bogenführung abhängt.