Accentus
Rezitierender, eintöniger Vortragsstil liturgischer Texte im Gregorianischen Gesang, Gegensatz zu Concentus.
Was es bedeutet
Accentus bezeichnet im Gregorianischen Gesang den rezitierenden, weitgehend eintönigen Vortragsstil liturgischer Texte, wie er etwa bei Kollekten, Epistel, Evangelium und Lektionen üblich war. Der Gesang bewegt sich dabei meist auf einem oder wenigen Tönen und folgt eng dem Sprachduktus des Textes.
Der Gegenbegriff ist der Concentus, der die kunstvoller ausgestalteten, melodisch reicheren Gesangsformen der Liturgie umfasst, etwa Antiphonen, Responsorien und Hymnen.
Musikalische Verwendung
Die Unterscheidung zwischen Accentus und Concentus ordnet die vielfältigen Gesangsformen der katholischen Liturgie nach ihrer musikalischen Komplexität. Accentus-Gesänge dienen vor allem der klaren, verständlichen Übermittlung heiliger Texte und stehen meist dem Priester, Diakon oder Lektor zu, während der Concentus dem Chor oder der Schola vorbehalten ist.
Diese Zweiteilung prägte über Jahrhunderte die liturgische Praxis und findet sich als Grundordnung in zahlreichen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Beschreibungen des Gregorianischen Gesangs. Die eintönige, rezitativische Klangwelt des Accentus bildet dabei den klanglichen Rahmen, aus dem sich die reicheren Gesänge des Concentus abheben.