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Instrument

Alphorn

Bis vier Meter langes Naturtonhorn aus den Alpen.

Was es bedeutet

Das Alphorn ist ein langes, gerades Naturtonhorn aus Holz mit einem am Ende aufgebogenen Schallstück. Es hat weder Löcher noch Klappen oder Ventile; gespielt wird ausschließlich mit den Lippen an einem schlichten, meist ebenfalls hölzernen Mundstück. Daraus folgt, dass nur die Töne der Naturtonreihe über dem Grundton des Instruments zur Verfügung stehen. Die Länge liegt gewöhnlich zwischen drei und vier Metern; je länger das Rohr, desto tiefer der Grundton und desto dichter liegen die brauchbaren Naturtöne beieinander.

Musikalische Verwendung

Das Instrument gehört zur Hirten- und Signaltradition des Alpenraums und diente dort über Entfernungen hinweg zur Verständigung, ehe es zum Konzertinstrument wurde. Sein Tonvorrat prägt seine Melodik: Charakteristisch ist der elfte Naturton, der zwischen reiner Quarte und übermäßiger Quarte liegt und mit keiner Taste des Klaviers übereinstimmt. Diese Eigenheit ist kein Stimmungsfehler, sondern Teil der Naturtonreihe und gehört zum Klangbild. Konzertstücke für Alphorn gibt es schon aus dem 18. Jahrhundert — Leopold Mozart schrieb um 1755 eine Sinfonia pastorella für Alphorn und Streicher —, im 20. Jahrhundert kamen weitere hinzu, etwa die Konzerte Jean Daetwylers; dabei wird die Naturtonbindung als musikalisches Thema aufgegriffen. Brahms griff im Finale seiner 1. Sinfonie eine Alphornmelodie auf, die er in der Schweiz gehört hatte.

Spielpraxis

Weil alle Tonhöhen allein aus dem Ansatz entstehen, ist Treffsicherheit die Kernaufgabe: Übe Bindungen über benachbarte Naturtöne und lange, ruhige Töne, um die Reihe innerlich zu hören. Der Luftstrom muss gleichmäßig und tief gestützt sein, da die lange Luftsäule träge anspricht. Achte auf eine entspannte Haltung; das Instrument wird auf dem Boden abgestützt, nicht getragen. Spiele im Ensemble mit anderen Alphörnern nur in gleicher Grundstimmung, und kläre bei gemischter Besetzung vorab, wie mit dem elften Naturton umgegangen wird. Lagere das Holz trocken, aber nicht in Heizungsnähe, und schütze es vor plötzlichem Temperaturwechsel.

In der Tiefe ist die Ansprache träge, und der Ton braucht einen Augenblick, bis er steht; setze deshalb früher an, als es notiert erscheint. Im Ensemble mehrerer Alphörner entsteht der Klang aus der Übereinstimmung der Naturtöne — Abweichungen fallen als Schweben sofort auf und lassen sich nur über den Ansatz ausgleichen. Bei Aufführungen im Freien trägt der Klang weit, doch Rückmeldung fehlt; stell dich daher enger zu den anderen, als es die Instrumentenlänge nahelegt, und verabrede Einsätze sichtbar.