Arpeggiator
Funktion in Synthesizern und Sequenzern, die einen eingegebenen Akkord als Tonfolge abspielt.
Was es bedeutet
Ein Arpeggiator ist eine Funktion in elektronischen Instrumenten, die einen gleichzeitig gehaltenen Akkord automatisch in eine kurze, sich wiederholende Tonfolge auflöst, statt ihn als vollen Klang erklingen zu lassen. Der Name leitet sich vom Arpeggio ab, dem gebrochenen, nacheinander angeschlagenen Akkord, wie er ursprünglich auf der Harfe entstand.
Man drückt mehrere Tasten gleichzeitig, der Arpeggiator speichert diesen Akkord und spielt seine Töne automatisch nacheinander ab, solange die Tasten gehalten werden oder bis ein neuer Akkord gegriffen wird.
Musikalische Verwendung
Arpeggiatoren kamen in den 1970er-Jahren zunächst in Heimorgeln als Teil automatischer Begleitfunktionen auf, etwa bei analogen Yamaha-Electone-Modellen mit mehreren wählbaren Arpeggio-Mustern. Seither gehören sie zur Standardausstattung vieler Synthesizer, Sequenzer und Musiksoftware.
Typische Einstellungen betreffen das Tempo der Wiederholung, die Reihenfolge der Töne, etwa aufwärts, abwärts oder abwechselnd, sowie den Tonumfang, über den sich das Muster durch Oktavversetzung ausdehnen lässt. In elektronischer Tanzmusik, Synthwave und Filmmusik prägt der gleichmäßig laufende Arpeggiator oft den rhythmischen Grundcharakter eines ganzen Stücks.
Abzugrenzen ist der Arpeggiator vom klassischen Arpeggio: Dieses wird von einer spielenden Person bewusst gestaltet und variiert, während der Arpeggiator ein festes, automatisch erzeugtes Muster liefert. Vom Sequenzer unterscheidet er sich dadurch, dass er direkt aus gehaltenen Tasten arbeitet und keine eigenständig programmierte Notenfolge benötigt.
Viele Geräte erlauben es zudem, das Arpeggiator-Tempo an das Grundtempo eines Stücks zu koppeln, sodass die Tonfolge rhythmisch exakt zum übrigen Arrangement passt. Manche Software-Instrumente ergänzen feste Muster um zufällige oder frei programmierbare Notenreihenfolgen und erweitern den Arpeggiator so in Richtung eines eigenen kleinen Kompositionswerkzeugs.
Spielpraxis
Probiere verschiedene Muster und Geschwindigkeiten aus, bevor du dich für ein Arrangement festlegst, denn schon kleine Änderungen an Tempo oder Oktavbereich verändern den Charakter eines Stücks stark. Nutze den Arpeggiator gezielt als rhythmisches Element, nicht nur als Klangeffekt, und kombiniere ihn mit Filterbewegungen, um die Wiederholung lebendig zu halten.