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Streicher

Bartók-Pizzicato

Pizzicato, bei dem die Saite so stark gezupft wird, dass sie auf das Griffbrett zurückschlägt.

Was es bedeutet

Beim Bartók-Pizzicato wird die Saite eines Streichinstruments senkrecht nach oben gezogen und dann losgelassen, statt wie beim gewöhnlichen Pizzicato seitlich angerissen zu werden. Dadurch schlägt sie beim Zurückschnellen hörbar auf das Griffbrett und erzeugt einen scharfen, perkussiven Knall zusätzlich zum eigentlichen Ton.

Im Notenbild

Notiert wird das Bartók-Pizzicato meist mit einem kleinen Kreis über oder unter der Note, aus dem senkrecht ein kurzer Strich nach oben oder unten führt; teils findet sich auch die Bezeichnung „snap pizzicato“ als Fußnote in der Partitur.

Musikalische Verwendung

Der Name geht auf den Komponisten Béla Bartók zurück, der die Technik in mehreren seiner Streichquartette einsetzte und ihr dadurch besondere Bekanntheit verschaffte, auch wenn ähnliche Effekte schon vor ihm vereinzelt notiert wurden. In der Musik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ist das Bartók-Pizzicato ein beliebtes Klangfarbenmittel für perkussive, rhythmisch pointierte Passagen.

Abzugrenzen ist es vom gewöhnlichen Pizzicato, bei dem die Saite seitlich gezupft wird und kein Griffbrettschlag entsteht, sowie vom Col-legno-Spiel, bei dem der Effekt durch den Bogenholzstab statt durch die gezupfte Saite erzeugt wird.

Spielpraxis

Zieh die Saite deutlich senkrecht nach oben, bevor du sie loslässt, statt sie seitlich wegzuziehen; nur so entsteht der charakteristische Knall auf dem Griffbrett. Dosiere die Stärke je nach gewünschter Lautstärke, da ein zu kräftiger Zug die Saite beschädigen kann.