Bezug
Gesamtheit der auf ein Saiteninstrument aufgezogenen Saiten.
Was es bedeutet
Der Bezug eines Saiteninstruments ist die Gesamtheit der aufgezogenen Saiten, wie sie zwischen Steg und Wirbeln oder Saitenhalter gespannt sind. Zahl, Material, Dicke und Stimmung der Saiten sind für jedes Instrument charakteristisch: Eine Violine hat vier Saiten, eine Gitarre üblicherweise sechs, eine Konzertharfe deutlich mehr.
Saiten können aus unterschiedlichem Material bestehen, etwa Darm, Stahl, Nylon oder mit Metall umsponnenen Kernen, was Klangfarbe, Ansprache und Lautstärke des Instruments wesentlich mitbestimmt.
Musikalische Verwendung
Der Bezug bestimmt maßgeblich den Charakter eines Instruments: Ein Darmsaitenbezug, wie er in der historischen Aufführungspraxis verwendet wird, klingt wärmer und weicher als ein moderner Stahlsaitenbezug, der lauter und obertonreicher ist. Auch innerhalb einer Instrumentenfamilie unterscheiden sich Bezüge, etwa zwischen Konzert- und Volksmusikgeigen.
Abzugrenzen ist der Bezug vom Bogen bei Streichinstrumenten, der als eigenständiges Werkzeug zur Tonerzeugung dient, sowie von der einzelnen Saite, die nur ein Element des gesamten Bezugs bildet.
Spielpraxis
Wenn du ein Saiteninstrument neu bezogen bekommst, gib den neuen Saiten Zeit, sich zu dehnen und die Stimmung zu halten, bevor du sie im Konzert einsetzt. Achte darauf, dass der Bezug zum Klangideal deines Instruments und deines Spielstils passt, da unterschiedliche Saitentypen Ansprache und Klangfarbe spürbar verändern.