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Streicher

Bisbigliando

\"Geflüstertes\" Tremolo auf der Harfe.

Was es bedeutet

Bisbigliando bedeutet flüsternd und bezeichnet eine Spielweise der Harfe: Dieselben wenigen Töne werden sehr leise und sehr schnell mit beiden Händen abwechselnd wiederholt, sodass kein einzelner Anschlag mehr heraushörbar ist. Es entsteht ein zitterndes, verschwommenes Klangband. Anders als das Tremolo der Streicher lebt es nicht von Bogendruck, sondern von der Dichte der Anschläge und davon, dass die Saiten ungedämpft weiterschwingen.

Im Notenbild

Notiert wird meist ein Akkord aus zwei bis vier Tönen, versehen mit Tremolostrichen am Hals oder einer Wellenlinie, dazu das Wort bisbigliando. Häufig steht die Anweisung zusammen mit einer sehr leisen Dynamik und einer Angabe, in welchem Register gespielt werden soll. Die Anzahl der Wiederholungen ist nicht festgelegt; gefordert ist ein Klangzustand, keine rhythmisch gezählte Figur.

Musikalische Verwendung

Die Spielweise gehört zum Klangvorrat der Orchestermusik seit dem späten 19. Jahrhundert und wird dort eingesetzt, wo ein Klang schweben, schimmern oder sich auflösen soll — unter gehaltenen Bläserakkorden, hinter einer Solomelodie, am Ende eines leisen Abschnitts. Sie trägt kaum Lautstärke und wird deshalb fast immer sparsam begleitet, sonst geht sie verloren. In Kammermusik mit Harfe übernimmt sie oft die Rolle eines flirrenden Hintergrunds, vergleichbar dem Streichertremolo, aber körperloser.

Spielpraxis

Wähle Töne, die eng beieinanderliegen und für beide Hände bequem erreichbar sind; große Griffweiten machen das Flüstern ungleichmäßig. Spiele mit den Fingerkuppen nahe der Saitenmitte, dort ist der Klang weicher und obertonärmer. Es zählt Gleichmäßigkeit, nicht Geschwindigkeit: Ein etwas langsameres, völlig ebenmäßiges Bisbigliando klingt ruhiger als ein hektisches mit hörbaren Einzelanschlägen. Überprüfe die Pedalstellung vorher, denn während des Spiels ist kein Wechsel möglich, ohne den Klang zu stören. Zum Beenden lässt du die Bewegung auslaufen und dämpfst erst, wenn der nächste Klang bereits steht.

die Wirkung stark von der Lage abhängt: In der Mittellage klingt das Flüstern voll und tragend, in der Höhe fein und kaum ortbar, in der Tiefe leicht dumpf. Wähle die Töne danach aus, wenn die Partitur Spielraum lässt. Rechne mit einer Anlaufzeit, bis der Klang steht, und beginne deshalb früher als notiert. Prüfe die Pedalstellung vor dem Einsatz, weil ein Wechsel während des Klingens hörbar wird, und plane das Ende als Übergang statt als Abbruch.