Blues-Schema
Standardisierte Harmoniefolge des Blues.
Was es bedeutet
Das Blues-Schema ist eine feste Harmoniefolge über zwölf Takte, die einem großen Teil des Blues und des Jazz zugrunde liegt. In der Grundform stehen vier Takte auf der Tonika, zwei auf der Subdominante, zwei wieder auf der Tonika, dann je ein Takt Dominante und Subdominante und zwei abschließende Takte, die zur Wiederholung zurückführen. Alle drei Stufen werden meist als Septakkorde gespielt — eine Besonderheit, die sich aus der funktionalen Harmonielehre nicht erklärt.
Musikalische Verwendung
Das Schema ist ein Modell, kein starres Gerüst: Zahllose Varianten fügen Zwischenakkorde ein, verändern einzelne Takte oder erweitern die Form. Über dieser Folge wird improvisiert, und die Wiederkehr alle zwölf Takte gibt Spielern und Hörern Orientierung. Mit dem Schema verbunden ist die Blues-Tonleiter mit ihren charakteristischen Tönen, die gegen die Akkorde reiben und dem Stil seine Farbe geben. Im Gesang entspricht der Form häufig ein Textbau aus zwei gleichen Zeilen und einer antwortenden dritten. Der Einfluss des Schemas reicht weit über Blues und Jazz hinaus.
Spielpraxis
Lerne die Form auswendig und zähle die zwölf Takte mit; wer die Form verliert, verliert alles. Übe zuerst das Begleiten, bevor du improvisierst — eine sichere Rhythmusgruppe ist die Voraussetzung. Höre viel und lerne Wendungen aus Aufnahmen, nicht aus Skalenübungen. Arbeite an der rhythmischen Grundhaltung, denn sie trägt mehr als die Tonwahl. Kläre im Ensemble die verwendete Variante, die Tonart und die Zahl der Durchgänge, bevor du beginnst.
die Form in verschiedenen Stilen unterschiedlich behandelt wird: Im älteren Blues sind Abweichungen von den zwölf Takten häufig und gehören zum Vortrag, im Jazz ist die Form dagegen meist streng eingehalten. Kläre das vorab, wenn Musiker verschiedener Herkunft zusammenspielen. Achte beim Begleiten darauf, den Wechsel zur Subdominante im fünften Takt deutlich zu machen, weil er die Form gliedert. Übe die Schlusswendung der letzten beiden Takte gesondert, denn dort entscheidet sich, ob der nächste Durchgang trägt.