Caccia
Italienische Kanonform des 14. Jahrhunderts mit Jagd- und Alltagsszenen.
Was es bedeutet
Die Caccia (italienisch für „Jagd“) ist eine mehrstimmige Vokalform der italienischen Ars nova des 14. Jahrhunderts. Zwei Oberstimmen führen denselben Melodieverlauf kanonisch, eine der anderen folgend, über einer freier gestalteten, meist instrumental gedachten Unterstimme.
Der Text schildert häufig lebhafte Szenen aus Jagd, Markt oder Alltag mit Rufen, Tierlauten und lautmalerischen Ausrufen, die durch den Kanon selbst musikalisch nachgeahmt werden: Die verfolgende Stimme „jagt“ die vorausgehende förmlich ein.
Musikalische Verwendung
Zu den bekannten Komponisten von Caccien zählen Francesco Landini und Gherardello da Firenze. Die Gattung stand in enger Beziehung zu anderen weltlichen Formen der Ars nova wie Madrigal und Ballata, unterschied sich von ihnen aber durch ihre kanonische Anlage und ihre bildhafte, oft realistische Textausdeutung.
Abzugrenzen ist die Caccia vom späteren, allgemeineren Kanon als kompositorischer Technik: Die Caccia ist eine feste historische Gattung mit charakteristischem Text- und Themenrepertoire, während der Kanon als Verfahren zeit- und stilübergreifend verwendet wird.