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Notation

Caesura

Zwei Schrägstriche („Eisenbahnschienen“), kurze Generalpause.

Was es bedeutet

Die Caesura ist ein Einschnitt: An der bezeichneten Stelle bricht der musikalische Fluss für alle Beteiligten ab, es entsteht eine kurze Stille, danach wird fortgesetzt. Anders als eine notierte Pause hat sie keinen gemessenen Wert — ihre Dauer bestimmt der Dirigent oder, im kammermusikalischen Zusammenspiel, die führende Stimme. Der Takt läuft währenddessen nicht weiter; die Zeit steht gleichsam still, bis der Einsatz zur Fortsetzung gegeben wird.

Im Notenbild

Das Zeichen besteht aus zwei parallelen Schrägstrichen, die über der obersten Notenlinie oder durch sie hindurch gesetzt werden; im Sprachgebrauch heißen sie wegen ihres Aussehens „Eisenbahnschienen". In Partituren steht das Zeichen meist über dem obersten System und wird zusätzlich in den Einzelstimmen wiederholt. Verwandt, aber zu unterscheiden sind drei andere Zeichen: das Atemzeichen, ein einzelnes Komma, das nur innerhalb einer Stimme gliedert und die Zeit dem vorigen Wert entnimmt; die Generalpause, die als ausgeschriebene Pause im Takt steht und deshalb mitgezählt wird; und die Fermate, die einen Klang oder eine Pause verlängert, statt den Ablauf zu unterbrechen.

Musikalische Verwendung

Eingesetzt wird die Caesura an Stellen, an denen ein Abschnitt entschieden zu Ende geht und etwas anderes beginnt — vor einem Themenwechsel, vor dem Eintritt einer neuen Tonart, vor dem Schlussteil eines Satzes. Ihre Wirkung beruht auf der Erwartung: Das Ohr rechnet mit Fortsetzung und bekommt zunächst nichts. In Bläserliteratur und Chormusik dient sie zugleich praktisch als gemeinsamer Atemmoment. In älteren Quellen fehlt das Zeichen häufig, obwohl die Musik einen solchen Einschnitt nahelegt; die Entscheidung liegt dann bei den Ausführenden.

Spielpraxis

Halte die Länge der Stille im Ensemble vorher fest, statt sie jedes Mal neu zu erspüren — eine Caesura, die nicht alle gleich lang nehmen, klingt wie ein Fehler. Achte darauf, den Ton vor dem Einschnitt sauber zu beenden und nicht abbrechen zu lassen; der Einschnitt beginnt mit einem bewussten Schluss, nicht mit einem Versanden. Nimm den Einsatz danach deutlich, am besten mit gemeinsamer Atmung. Und zähle nach der Caesura neu ein: Wer innerlich weitergezählt hat, kommt zu früh.