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Form

Cassation

Mehrsätzige unterhaltsame Komposition des 18. Jh.

Was es bedeutet

Die Kassation ist eine mehrsätzige Unterhaltungskomposition des 18. Jahrhunderts, verwandt mit Serenade und Divertimento. Sie besteht aus einer Folge kurzer Sätze, häufig mit einem Marsch am Anfang und am Ende, dazwischen Menuette, langsame Sätze und lebhafte Stücke. Die Besetzung wechselt: Bläser, Streicher oder gemischte Gruppen, meist solistisch besetzt. Die Herkunft des Namens ist nicht sicher geklärt, und die Abgrenzung zu den benachbarten Gattungen war schon zur Entstehungszeit unscharf.

Musikalische Verwendung

Solche Werke waren für Anlässe bestimmt — Feste, Ständchen, gesellige Zusammenkünfte, häufig im Freien. Daraus folgen ihre Eigenschaften: klare Gliederung, eingängige Melodik, überschaubare Satzlängen und eine Besetzung, die transportabel ist. Die einleitenden und abschließenden Märsche erklären sich aus der Praxis des Kommens und Gehens. Musikalisch sind solche Werke nicht anspruchslos, aber sie zielen auf Wirkung im Augenblick statt auf zyklischen Zusammenhang, wie ihn Sinfonie und Streichquartett anstreben. Mit dem Ende der höfischen Musizierpraxis verschwindet die Gattung weitgehend.

Spielpraxis

Behandle die Sätze als Folge von Charakteren und gestalte sie deutlich unterschiedlich; Gleichförmigkeit ist die größte Gefahr. Rechne bei Aufführungen im Freien mit fehlendem Nachhall und wähle etwas ruhigere Tempi und deutlichere Artikulation. Besetze solistisch, wie es die Quellen nahelegen, und achte auf Durchhörbarkeit. Kläre, welche Sätze gespielt werden, da solche Werke teils in unterschiedlicher Satzfolge überliefert sind. Halte die Menuette tänzerisch und nicht zu langsam.

solche Werke ursprünglich ohne Dirigenten gespielt wurden: Kläre, wer führt, und verabrede Einsätze und Schlüsse sichtbar. Die Märsche am Anfang und am Ende dürfen ruhig als das genommen werden, was sie sind — Musik zum Kommen und Gehen —, und brauchen kein konzertantes Gewicht. Prüfe die überlieferte Besetzung, weil Bläserstimmen in solchen Werken häufig alternativ besetzbar sind. Für ein Konzertprogramm lohnt eine Auswahl der Sätze, wenn die vollständige Folge zu lang wird; nennt die Kürzung im Programm.