Divertimento
Heitere mehrsätzige Unterhaltungsmusik.
Was es bedeutet
Das Divertimento ist eine mehrsätzige Komposition des 18. Jahrhunderts, die der Unterhaltung dient. Die Satzzahl schwankt erheblich, häufig sind es fünf oder mehr kurze Stücke, darunter meist mehrere Menuette. Die Besetzung ist klein und solistisch, von Bläsergruppen über Streichtrios bis zu gemischten Ensembles. Die Abgrenzung zu Serenade, Kassation und Notturno ist unscharf; die Bezeichnungen wurden zur Entstehungszeit nicht streng unterschieden.
Musikalische Verwendung
Solche Werke waren für gesellige Anlässe bestimmt, bei denen Musik einen Rahmen bildet, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Daraus folgen die Merkmale: überschaubare Satzlängen, klare Periodik, eingängige Melodik, keine ausgedehnten Durchführungen. Das bedeutet nicht Anspruchslosigkeit — die solistische Besetzung verlangt technische Sicherheit, und viele Divertimenti sind kunstvoll gearbeitet. Musikgeschichtlich stehen sie in engem Zusammenhang mit der Entstehung der Kammermusik: Aus der Unterhaltungsbesetzung entwickeln sich die festen Gattungen Streichtrio und Streichquartett, deren Anspruch dann ein anderer ist.
Spielpraxis
Behandle die Sätze als Folge von Charakteren und arbeite die Unterschiede heraus, besonders zwischen mehreren Menuetten, die sonst gleichförmig wirken. Spiele durchsichtig und leicht; in solistischer Besetzung trägt jede Stimme, und dickes Spiel verdirbt den Ton der Gattung. Halte die Menuette tänzerisch und nicht zu langsam. Kläre die Satzfolge, da solche Werke teils unterschiedlich überliefert sind. Achte bei Aufführungen im Freien auf deutlichere Artikulation und ruhigere Tempi.
die Satzfolge in den Quellen häufig schwankt und einzelne Sätze in verschiedenen Zusammenstellungen überliefert sind: Kläre vor der Probe, welche Fassung du spielst, und nenne sie im Programm. Für die Wirkung ist die Reihenfolge der Charaktere wichtiger als die Vollständigkeit; eine Auswahl ist legitim, wenn sie begründet wird. Achte auf die tänzerische Ausführung der Menuette und auf klare Artikulation. In solistischer Besetzung trägt jede Stimme, deshalb ist Durchsichtigkeit das Ziel und nicht Fülle. Nenne im Programm die gespielte Satzfolge, damit Hörer die Auswahl nachvollziehen können.