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Form

Serenade

Heitere Abendmusik.

Was es bedeutet

Die Serenade ist Abendmusik: ursprünglich ein Ständchen, das im Freien vor einem Haus dargebracht wird, dann eine mehrsätzige Komposition für kleinere Besetzung. Der Name geht auf das italienische Wort für Abend zurück. Das Gegenstück am Morgen ist die Aubade. Als Gattung steht die Serenade neben Divertimento, Kassation und Notturno; die Bezeichnungen wurden zur Entstehungszeit nicht streng unterschieden.

Musikalische Verwendung

Typisch für die Serenade des 18. Jahrhunderts ist eine Folge zahlreicher kurzer Sätze, häufig gerahmt von Märschen, mit mehreren Menuetten und einem langsamen Satz; die Besetzung reicht von Bläsergruppen bis zu gemischten Ensembles mit Streichern. Aus der Aufführung im Freien folgen klare Gliederung, eingängige Melodik und tragfähige Besetzung. Im 19. Jahrhundert wird der Titel für Orchesterwerke verwendet, die den heiteren, leichteren Ton bewahren, aber konzertant gedacht sind. Als Vokalstück bezeichnet Serenade außerdem ein Ständchen mit Begleitung, wie es in Opern als eingelegte Nummer erscheint. Brahms schrieb zwei Orchesterserenaden, op. 11 und op. 16.

Spielpraxis

Behandle die Sätze als Folge von Charakteren und arbeite Unterschiede heraus, besonders zwischen mehreren Menuetten. Spiele durchsichtig und leicht; in solistischer Besetzung trägt jede Stimme. Rechne bei Aufführungen im Freien mit fehlendem Nachhall: etwas ruhigere Tempi, deutlichere Artikulation, engere Aufstellung. Kläre die Satzfolge, da solche Werke unterschiedlich überliefert sind. Halte Menuette tänzerisch und plane die Gesamtlänge, weil Serenaden umfangreich werden können.

Serenaden des 18. Jahrhunderts oft umfangreich sind und im Konzert eine Auswahl sinnvoll sein kann: Triff sie begründet und nenne sie im Programm, statt willkürlich zu kürzen. Mozarts Serenade Eine kleine Nachtmusik KV 525 ist das bekannteste Beispiel der Gattung. Die Serenaden für Bläser, etwa Mozarts Gran Partita KV 361, entstanden für Harmoniemusik. Prüfe, ob Märsche zum Anfang und Schluss gehören, weil sie den Rahmen des Werkes bilden. Prüfe zudem, ob das Werk solistisch oder chorisch besetzt werden soll, weil beides überliefert ist.