Serenade
Die Serenade ist ursprünglich ein Ständchen oder eine Abendmusik, meist im Freien gespielt. Seit der Wiener Klassik heißt so auch ein suitenartiges Instrumentalwerk aus mehreren Sätzen. Der Titel sagt nichts über Besetzung, Taktart oder Tonart; das zeigen zwei Blätter aus dem Archiv.
- Bedeutung
- Abendmusik, Ständchen; seit der Wiener Klassik auch mehrsätziges, suitenartiges Instrumentalwerk
- Wortherkunft
- französisch sérénade, aus italienisch serenata, zu lateinisch serenus „heiter“; in der Bedeutung beeinflusst von italienisch sera „Abend“
- Gegenstück
- Aubade, das Morgenständchen
- Im Archiv
- Mozart, „Eine kleine Nachtmusik“; Tárrega, „Capricho Árabe“
Abendmusik und Instrumentalwerk
Das Wort Serenade kommt über das Französische aus dem Italienischen („serenata“) und geht auf lateinisch „serenus“ zurück, heiter. Die Bedeutung wurde vom italienischen „sera“, Abend, beeinflusst. Die Serenade ist zunächst ein abendliches Ständchen oder eine Abendmusik von unterhaltsamem Charakter, gewöhnlich im Freien aufgeführt. Ihr Gegenstück am Morgen ist die Aubade.
Seit der Wiener Klassik versteht man unter Serenade auch ein suitenartiges Instrumentalstück mit einer größeren Anzahl von Sätzen. Gemeint ist eine lockere Folge von Einzelsätzen, besonders Tanzsätzen, für ein kleines Orchester. Wie viele Sätze es sind, wird verschieden angegeben; eine feste Zahl gibt es nicht.
Zwei Serenaden im Archiv
Im Notenarchiv tragen zwei Blätter die Gattung „Serenade“ im Untertitel. Sie unterscheiden sich in fast allem, was man beim Blick aufs Notenbild nachprüfen kann:
| Auf dem Blatt | Eine kleine Nachtmusik | Capricho Árabe |
|---|---|---|
| Untertitel | Serenade G-Dur · 1. Satz: Allegro | Serenade für Gitarre |
| Besetzung | Violine 1 und 2, Viola, Violoncello und Kontrabass (Cello und Kontrabass auf einer gemeinsamen Zeile) | Gitarre |
| Taktart und Tempo | 4/4 (C), Allegro | 3/4, Andantino; ab Takt 9 4/4, Allegretto |
| Vorzeichnung | ein Kreuz | ein ♭ |
| Umfang im Archiv | ein Satz, 137 Takte, 4 Seiten | 3 Seiten |
Serenaden im Archiv
-
Eine kleine Nachtmusik Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791), KV 525 · Partitur für Violine 1 und 2, Viola, Violoncello und Kontrabass · 1. Satz · 4 Seiten
Der Untertitel „Serenade G-Dur · 1. Satz: Allegro“ nennt die Gattung und weist auf weitere Sätze hin; das Blatt enthält nur den ersten. Taktart C, ein Kreuz in der Vorzeichnung, 137 Takte, am Ende ein G-Klang. In Takt 1 bis 4 laufen alle Zeilen im gleichen Rhythmus.
-
Capricho Árabe Francisco Tárrega (1852–1909) · Gitarre · 3 Seiten
Der Untertitel lautet „Serenade für Gitarre“. Das Stück beginnt in 3/4 mit der Angabe „Andantino“ und einem ♭; ab Takt 9 steht „Allegretto“ im 4/4-Takt. Eine Satzzählung enthält das Blatt nicht.
Was der Titel festlegt und was nicht
Der Untertitel „Serenade“ legt weder die Besetzung noch die Taktart oder die Tonart fest. Mozarts Blatt ist eine Partitur für Streicher im 4/4-Takt, Tárregas Stück ein Solostück für Gitarre in 3/4 und 4/4. Auch die Satzzahl ist offen: Mozarts Untertitel nennt einen „1. Satz“, bei Tárrega fehlt jede Zählung. Der Begriff beschreibt eher einen Charakter, Musik für den Abend, als eine feste Form.
Häufige Fehler
- Die Serenade immer für ein Ständchen halten: Das ist die ursprüngliche Bedeutung; die Instrumentalserenade ist ein eigenes Werk aus mehreren Sätzen.
- Eine feste Satzzahl annehmen: Die Angaben zur Satzzahl sind unterschiedlich.
- Ein Blatt mit der Aufschrift „1. Satz“ für das ganze Werk halten: Das Archiv-Blatt enthält nur den ersten Satz.
Weiter auf Maikstrings
Verwandte Begriffe
SuiteSinfonieSatzDivertimentoGitarrePartiturTaktart
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
← Zurück zum Glossar