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Form

Chaconne

Die Chaconne ist ursprünglich ein Tanz, möglicherweise aus Mexiko, der über Spanien nach Europa kam. In der Kunstmusik wurde sie zu einem Satz im Dreiertakt über einem sich ständig wiederholenden Bass- und Harmoniemodell von vier bis acht, manchmal bis sechzehn Takten. Berühmt ist die Chaconne aus Bachs Partita d-Moll für Violine solo.

Takt
meist Dreiertakt, sehr selten gerader Takt
Grundlage
wiederholtes Bass- und Harmoniemodell, 4 bis 8 (bis 16) Takte
Charakter
eher lebhafter als die Passacaglia, häufiger in Dur
Herkunft
Tanz, möglicherweise aus Mexiko; früh in Spanien belegt
Andere Namen
italienisch ciaccona, spanisch chacona

Vom Tanz zum Variationssatz

Die Chaconne war ursprünglich ein Tanz. Möglicherweise stammt er aus Mexiko; die frühesten Quellen kommen aus Spanien. In der Kunstmusik wurde daraus ein Satz, in dem sich ein kurzes Bass- und Harmoniemodell ständig wiederholt, während die Oberstimmen es immer neu ausgestalten. Das Modell umfasst meist vier bis acht Takte, manchmal bis zu sechzehn. Die Chaconne steht fast immer im Dreiertakt; Chaconnen im geraden Takt sind sehr selten.

Bassmodell einer frühen italienischen Ciaccona in C-Dur

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Die Töne c′ – g – a – e – f – g – c, wie sie die Literatur für die frühe italienische Ciaccona angibt; hier je ein Ton pro Takt. Der Bass bewegt sich in Sprüngen auf und ab und endet mit g – c auf dem Grundton.

Über diesen Bass lassen sich Akkorde der Tonart C-Dur legen. Im Hörbeispiel klingt zu jedem Basston ein Akkord; die Auswahl ist ein eigenes Beispiel, eine von mehreren Möglichkeiten:

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Chaconne und Passacaglia

Chaconne und Passacaglia stehen beide im Dreiertakt über einem wiederholten Bass. Die Chaconne gilt als lebhafter und steht eher in Dur, die Passacaglia als langsamer, zärtlicher und häufiger in Moll. Die Unterschiede sind Tendenzen; auch Moll-Chaconnen gibt es, etwa bei Bach und bei Purcell (Chaconne in g-Moll).

MerkmalChaconnePassacaglia
TaktDreiertaktDreiertakt
GrundlageBass- und Harmoniemodell, 4–8, auch bis 16 TakteBasso ostinato, meist 4 oder 8 Takte
Tongeschlechteher Durhäufiger Moll
Charakterlebhafterlangsamer, zärtlicher
Bekanntes BeispielBach, Partita d-Moll für Violine solo, BWV 1004Bach, Passacaglia c-Moll für Orgel, BWV 582
Zum Üben: Spiele die Akkorde des Hörbeispiels im 3/4-Takt, je einen Takt pro Akkord, und wiederhole die Folge mehrmals. Spiele dann über jedem Durchgang mit der rechten Hand nur Akkordtöne, beim nächsten Durchgang mit Durchgangstönen dazwischen.

Häufige Fehler

  • „Chaconne“ nur mit Bach verbinden: Bachs Chaconne aus der Partita d-Moll ist die bekannteste, aber die Form ist älter und weit verbreitet.
  • Chaconne und Sarabande verwechseln: Beide stehen im Dreiertakt; die Chaconne erkennst du am wiederholten Bass- und Harmoniemodell.
  • Den geraden Takt erwarten: Chaconnen im 2/4- oder 4/4-Takt sind sehr selten.