Chanterelle
Höchste Saite eines Saiteninstruments, z. B. die E-Saite der Violine.
Was es bedeutet
Chanterelle (französisch, von chanter, „singen“) bezeichnet die höchste, dünnste Saite eines Saiteninstruments. Bei der Violine ist dies die E-Saite, bei der Gitarre die hohe E-Saite, bei der Laute meist die oberste Chorsaite. Der Name spielt darauf an, dass diese Saite in der Melodieführung häufig die „singende“, führende Stimme trägt.
Musikalische Verwendung
Weil die Chanterelle am dünnsten und am höchsten gestimmt ist, klingt sie heller, obertonreicher und durchdringender als die tieferen Saiten desselben Instruments. Melodische Linien, die Brillanz oder Durchsetzungskraft erfordern, werden deshalb bevorzugt auf ihr geführt, während Begleitfiguren und Bässe auf den tieferen Saiten liegen.
Abzugrenzen ist die Chanterelle von der Bordunsaite: Während die Chanterelle aktiv gegriffen und melodisch geführt wird, klingt eine Bordunsaite meist leer und ungegriffen als gleichbleibender Grundton mit. Von den übrigen Spielsaiten unterscheidet sich die Chanterelle nur durch ihre Lage als höchste Saite, nicht durch eine andere Spielweise.
Spielpraxis
Achte beim Spiel auf der Chanterelle besonders auf saubere Intonation, da Abweichungen wegen der hohen, klaren Lage der Saite stärker auffallen als auf den tieferen Saiten. Nutze ihren hellen, durchsetzungsfähigen Klang bewusst für melodische Höhepunkte, und wechsle bei Bedarf gezielt auf sie, um eine Passage klanglich hervorzuheben.