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Form

Choralbearbeitung

Komposition über eine Choralmelodie, etwa als Choralvorspiel oder Choralfantasie.

Was es bedeutet

Eine Choralbearbeitung ist eine Komposition, die eine bekannte Choralmelodie – also die Melodie eines evangelischen Kirchenlieds – zur Grundlage nimmt und sie kunstvoll ausgestaltet, statt sie nur schlicht vierstimmig zu harmonisieren. Die Melodie kann dabei unverändert in einer Stimme erscheinen, umspielt, verziert oder in einzelne Motive aufgelöst werden, während andere Stimmen sie umranken.

Musikalische Verwendung

Zu den wichtigsten Formen der Choralbearbeitung zählen das Choralvorspiel, das vor dem Gemeindegesang die kommende Melodie einführt, die Choralfantasie mit freierer, oft virtuoser Behandlung des Themas, sowie die Choralkantate, in der Choralzeilen auf mehrere Sätze verteilt werden. Die Gattung erreichte im norddeutschen Barock und besonders bei Johann Sebastian Bach ihren Höhepunkt.

Abzugrenzen ist die Choralbearbeitung vom einfachen vierstimmigen Choralsatz, der die Melodie nur begleitet, ohne sie kompositorisch weiterzuentwickeln.

Spielpraxis

Spielst du eine Choralbearbeitung, mach dir zuerst die zugrunde liegende Choralmelodie bewusst und singe sie dir vor – so hörst du leichter, wie der Komponist sie verändert, versteckt oder verziert hat.