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Form

Choralkantate

Kantate, deren Sätze auf Text und Melodie eines Kirchenlieds beruhen.

Was es bedeutet

Eine Choralkantate ist eine mehrsätzige Kantate, deren Text und Melodie durchgehend von einem einzigen Kirchenlied ausgehen: Die Choralstrophen werden auf die einzelnen Sätze verteilt und dort jeweils unterschiedlich vertont, während die Choralmelodie als verbindendes Element wiederkehrt, meist im Eingangssatz als Cantus firmus und im Schlusssatz als schlichter vierstimmiger Choral.

Musikalische Verwendung

Die Gattung erreichte ihren Höhepunkt bei Johann Sebastian Bach, der für seinen zweiten Leipziger Kantatenjahrgang (ab 1724) fast durchgehend Choralkantaten schuf, in denen die äußeren Strophen wörtlich, die inneren dagegen frei umgedichtet und mit Rezitativen und Arien durchsetzt wurden.

Abzugrenzen ist die Choralkantate von der freien Kirchenkantate, die nicht auf einem einzelnen Kirchenlied beruht, sowie von der Choralbearbeitung, die meist ein einzelnes, in sich geschlossenes Stück und keine mehrsätzige Kantate ist.

Spielpraxis

Hörst du eine Choralkantate, verfolge, wie die vertraute Choralmelodie im Lauf des Werks verschwindet und wieder auftaucht – oft leise im Bass oder Instrumentalpart versteckt, bevor sie am Ende klar im Schlusschoral wiederkehrt.