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Theorie

Chorton

Historische Stimmtonhöhe der Orgeln, meist höher als der Kammerton.

Was es bedeutet

Chorton bezeichnet die im deutschen Sprachraum, vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, verbreitete Stimmtonhöhe der Kirchenorgeln. Sie lag regional unterschiedlich, meist aber einen Ganzton bis eine kleine Terz höher als der für weltliche Instrumentalmusik gebräuchliche Kammerton. Da es vor der Normierung des Kammertons im 19./20. Jahrhundert keine einheitliche Stimmhöhe gab, mussten Sänger und Instrumentalisten je nach Ort und Anlass unterschiedliche Tonhöhen berücksichtigen.

Musikalische Verwendung

Für die Praxis bedeutete das unterschiedliche Verhältnis von Chorton und Kammerton, dass Vokal- und Instrumentalstimmen in Kantaten oft transponiert notiert werden mussten, damit Orgel, Sänger und Instrumente zusammenpassten. In Bachs Kantaten etwa erscheinen Bläser- und Streicherstimmen häufig in anderer Tonart als die Orgelstimme, weil letztere im höher gestimmten Chorton spielte.

Abzugrenzen ist der Chorton vom Kammerton, der für weltliche Ensemblemusik galt, sowie vom Cornetton, einer weiteren historischen Stimmtonlage. Für die heutige historische Aufführungspraxis ist die genaue Rekonstruktion dieser Tonhöhen wichtig, um originalgetreu zu klingen.

Spielpraxis

Spielst du barocke Kirchenmusik auf historischen Instrumenten oder in historischer Stimmung, informiere dich vorab über die am jeweiligen Ort und in der jeweiligen Quelle verwendete Tonhöhe, denn ein einfaches Transponieren nach Gehör führt bei Bläsern und Streichern leicht zu falschen Griffen oder Fingersätzen.