Chorus
Refrain eines Liedes oder Durchgang im Jazz.
Was es bedeutet
Chorus hat in der populären Musik und im Jazz zwei Bedeutungen, die auseinanderzuhalten sind.
In der Liedform bezeichnet Chorus den Refrain: jenen wiederkehrenden Teil, der mit gleichem Text und gleicher Melodie mehrfach erklingt und zwischen den Strophen steht. Er ist in der Regel der eingängigste Teil des Liedes. Die Strophen, englisch verses, erzählen dagegen mit wechselndem Text.
Im Jazz bezeichnet Chorus einen vollständigen Durchgang durch die Form eines Stücks — etwa die zweiunddreißig Takte eines Standards oder die zwölf Takte eines Blues. Eine Aufführung besteht aus mehreren solchen Durchgängen: Zuerst wird das Thema gespielt, dann folgen improvisierte Chorusse der Solisten, am Ende kehrt das Thema zurück. „Einen Chorus spielen" heißt also, einmal über die ganze Form zu improvisieren.
Zu unterscheiden ist der Begriff vom deutschen „Chor", der eine Sängergruppe bezeichnet und auf dieselbe Wurzel zurückgeht.
Im Notenbild
Im Liedsatz wird der Refrain häufig nur einmal notiert und mit Wiederholungszeichen versehen. Im Jazz steht die Form meist als Leadsheet mit Melodie und Akkordsymbolen; die Zahl der Chorusse wird nicht notiert, sondern verabredet.
Musikalische Verwendung
Die Unterscheidung von Strophe und Refrain prägt die populäre Musik seit langem. Im Jazz ist der Chorus die Grundeinheit des Zusammenspiels und der Improvisation; die Form wird immer wieder durchlaufen, während die Solisten wechseln.
Bei einem 32-taktigen Standard in AABA-Form umfasst ein Chorus alle vier Achttakter; beim Blues sind es zwölf Takte. Solisten spielen oft mehrere Chorusse nacheinander. In Swing und Bebop folgen auf das Thema meist mehrere Solo-Chorusse, bevor das Thema am Ende wiederkehrt. ## Spielpraxis
Kenne die Form genau, bevor du improvisierst — Verirren im Chorus ist der häufigste Fehler. Zähle die Takte mit oder orientiere dich an den Akkordwechseln. Sprich vorher ab, wie viele Chorusse jeder spielt. Und gestalte einen Chorus als Ganzes mit Aufbau und Ziel, nicht als Folge einzelner Einfälle.