Chroma
Griechisch „Farbe“: der chromatische Halbtonschritt bzw. ein Vorzeichen, das einen Ton chromatisch verändert.
Was es bedeutet
Chroma (griechisch „Farbe“) ist ein alter Begriff der Musiktheorie für die chromatische Veränderung eines Tons um einen Halbton mittels Kreuz oder B. In der Mensuralnotation des Mittelalters und der Renaissance bezeichnete „Chroma“ zudem eine bestimmte, meist farbig oder anders geformte Note, mit der abweichende rhythmische Werte angezeigt wurden – eine Praxis, die man als Coloration bezeichnet.
In der modernen Musiktheorie und der Tonpsychologie lebt der Begriff in anderem Sinn fort: „Chroma“ meint hier die Tonklasse, also die Eigenschaft eines Tons, unabhängig von seiner Oktavlage (etwa alle „C“ verschiedener Oktaven teilen dieselbe Chroma).
Musikalische Verwendung
Historisch war das Chroma also sowohl ein Versetzungszeichen als auch, in der Mensuralnotation, ein Merkmal der Notenform selbst. Abzugrenzen ist dieser ältere Sinn von der heutigen Verwendung des Wortes in der Tonhöhenwahrnehmung, wo Chroma und Oktavlage (Tonhöhe im engeren Sinn) als zwei getrennte Dimensionen des Tons gelten.
Spielpraxis
Begegnet dir der Begriff „Chroma“ in einem historischen Zusammenhang, prüfe, ob Versetzungszeichen oder eine besondere Notenform gemeint ist; in einem modernen, analytischen Text meint er meist die Tonklasse ohne Oktavbezug.