Coll’ottava
Coll’ottava, italienisch „mit der Oktave“, ist eine Ausführungsanweisung: Die notierten Töne werden zusätzlich eine Oktave höher oder tiefer mitgespielt oder mitgesungen, je nachdem, ob die Anweisung über oder unter dem Notensystem steht. Die Notenschrift bleibt dabei unverändert, die Verdopplung ist nur eine Vorschrift zur Ausführung.
- Bedeutung
- Oktave zusätzlich mitspielen
- Schreibweise
- coll’8 oder coll’ottava, mit gestrichelter Linie
- Über dem System
- Oktave höher dazu
- Unter dem System
- Oktave tiefer dazu
Eine Oktave zusätzlich
Die Anweisung steht als Wortzusatz coll’8 oder coll’ottava über oder unter der betroffenen Passage, häufig mit einer gestrichelten Linie, die anzeigt, wie lange sie gilt. Sie endet mit einem Abbruchzeichen oder am Ende der gestrichelten Linie. Der Spieler fügt zu jedem notierten Ton die Oktave hinzu, entweder oberhalb oder unterhalb.
Notiert: eine einzelne Melodielinie
So steht die Passage im Notenbild. Über oder unter ihr steht die Anweisung coll’ottava.
Ausgeführt mit coll’ottava (Oktave höher dazu)
Jeder notierte Ton erklingt zusätzlich eine Oktave höher. Aus einer Linie werden zwei parallele Linien im Oktavabstand.
Im Glossar: Oktave · Oktavparallelen · Hilfslinie
Gegensatz zu 8va
Anders als die verwandten Zeichen 8va (eine Oktave höher spielen) oder 8va bassa (eine Oktave tiefer spielen), die den ursprünglichen Ton ersetzen, fügt coll’ottava die zusätzliche Oktave hinzu, ohne den notierten Ton zu ersetzen. Das ist der entscheidende Unterschied, der in der Praxis leicht verwechselt wird.
Wozu es dient
Coll’ottava wird eingesetzt, um eine Stimme klanglich zu verstärken oder ihr mehr Fülle und Tragfähigkeit zu geben. Im Orchester erklingt eine Melodie dann in mehreren Oktavlagen zugleich, im Klaviersatz kann eine Passage voller klingen. Das ist eine bewusste Oktavverdopplung. Sie unterscheidet sich von den unbeabsichtigten Oktavparallelen der Satzlehre dadurch, dass hier keine Zweistimmigkeit gewollt ist.
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Verwandte Begriffe
OktaveOktavparallelenHilfslinieNotenlinienEinklang
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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