Comping
Rhythmisch freie Akkordbegleitung eines Solisten durch Klavier oder Gitarre.
Was es bedeutet
Comping, eine Kurzform von „accompanying“, bezeichnet im Jazz die begleitende Akkordarbeit von Klavier oder Gitarre hinter einem Solisten. Statt Akkorde in gleichmäßigen, vorhersehbaren Schlägen zu spielen, setzt Comping sie unregelmäßig, oft synkopisch und reagiert dabei unmittelbar auf das, was der Solist gerade spielt.
Musikalische Verwendung
Comping verlangt vom begleitenden Musiker, den harmonischen Verlauf eines Stücks genau zu kennen, um passende Akkordvoicings an rhythmisch überraschenden Stellen einzustreuen, die den Solisten unterstützen, ohne ihn zu überdecken. Die Technik entwickelte sich mit dem Bebop der 1940er Jahre, als das Klavier von der durchgehenden Vierteltaktbegleitung des Swing zu einer sparsameren, dialogischeren Rolle überging.
Abzugrenzen ist Comping vom Walking Bass, der die harmonische Grundlage in gleichmäßigen Vierteln im Bass liefert, während Comping darüber frei und unregelmäßig reagiert. Auch von einer ausgeschriebenen Begleitstimme unterscheidet sich Comping dadurch, dass es meist improvisiert und von Auftritt zu Auftritt verschieden ist.
Spielpraxis
Wenn du comping übst, höre zuerst genau auf den Solisten, bevor du selbst einen Akkord setzt: Comping lebt vom Zuhören und vom Raum, den du lässt, nicht von möglichst vielen Akkorden. Variiere Voicings, Dichte und rhythmische Platzierung bewusst, damit die Begleitung lebendig bleibt, statt in ein starres Muster zu verfallen.