Didgeridoo
Blasinstrument der australischen Aborigines aus einem von Termiten ausgehöhlten Ast.
Was es bedeutet
Das Didgeridoo ist ein Blasinstrument der Aborigines Nordaustraliens, vor allem der Volksgruppen Arnhemlands. Es besteht aus einem geraden oder leicht gebogenen Ast, meist aus Eukalyptusholz, dessen Kern Termiten im lebenden Baum ausgehöhlt haben. Das fertige Rohr ist ein bis zwei Meter lang und trägt an einem Ende häufig einen aufgesetzten Rand aus Bienenwachs, der die Lippen des Spielenden führt.
Der Name ist keine indigene Bezeichnung, sondern eine europäische Lautnachahmung des charakteristischen Instrumentenklangs; in den Ursprachen tragen ähnliche Instrumente eigene Namen, etwa yidaki in Teilen Arnhemlands.
Musikalische Verwendung
Traditionell begleitet das Didgeridoo Gesang und rituelle Zeremonien der Aborigines und liefert dazu einen gleichbleibenden, tiefen Bordunton, über den rhythmische Muster mit Zunge, Kehle und Lippen gelegt werden. Es besitzt keine Grifflöcher; die Tonhöhe des Grundtons ist durch Länge und Bohrung des Rohrs festgelegt, variiert wird der Klang durch Obertöne, perkussive Zungenschläge und Stimmlaute, die der Spielende gleichzeitig erzeugt.
Seit dem 20. Jahrhundert wird das Didgeridoo auch außerhalb seines rituellen Ursprungskontexts eingesetzt, etwa in der Weltmusik und in Ensembles, die es mit anderen Instrumenten kombinieren. Abzugrenzen ist es von anderen Naturtoninstrumenten wie dem Alphorn: Beide erzeugen ihre Töne allein durch die Lippenspannung über einer festen Rohrlänge, doch das Didgeridoo bleibt auf den Bordunton mit rhythmischer und klanglicher Verzierung beschränkt, während das Alphorn die Naturtonreihe melodisch nutzt.
Spielpraxis
Übe zuerst den gleichmäßigen Grundton, indem du die Lippen locker vibrieren lässt, ähnlich wie bei einem Blechblasinstrument. Der entscheidende Schritt ist die Zirkularatmung: Du atmest durch die Nase ein, während du zugleich Luft aus den Backen durch das Rohr presst, sodass der Ton nie abreißt. Erst wenn der Dauerton sicher gelingt, füge rhythmische Zungen- und Kehllaute hinzu, um das typische, pulsierende Klangbild zu erzeugen.