Dilettant
Person, die Musik aus Liebhaberei und nicht berufsmäßig ausübt; abgeleitet vom italienischen dilettare (erfreuen).
Was es bedeutet
Dilettant bezeichnet ursprünglich eine Person, die sich der Musik aus Freude und Liebhaberei widmet, ohne sie berufsmäßig auszuüben. Das Wort leitet sich vom italienischen dilettare, „erfreuen“, ab und war im 18. Jahrhundert eine neutrale, oft sogar anerkennende Bezeichnung für gebildete Musikliebhaber, die aus Vergnügen musizierten, im Unterschied zum Berufsmusiker, der davon lebte.
Erst im Lauf des 19. Jahrhunderts verschob sich die Bedeutung ins Abwertende: Dilettant wurde zunehmend mit mangelnder Ausbildung, oberflächlicher Beschäftigung und laienhaftem Können gleichgesetzt. Diese abwertende Färbung ist bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig, in der historischen Betrachtung der Musikgeschichte gilt sie jedoch nicht uneingeschränkt für alle, die früher so genannt wurden.
Musikalische Verwendung
Im 18. und frühen 19. Jahrhundert trugen viele bürgerliche und adlige Musikliebhaber diesen Titel mit Stolz. Häusliche Musizierzirkel, private Konzerte und sogenannte Dilettantenkonzerte prägten das Musikleben dieser Zeit erheblich, oft neben und in Wechselwirkung mit dem professionellen Konzertbetrieb. Manche dieser Dilettanten erreichten beachtliches Können und trugen zur Verbreitung von Werken bei, die sonst nur wenigen zugänglich gewesen wären.
Abzugrenzen ist der Dilettant vom Berufsmusiker, der seinen Lebensunterhalt mit Musik bestreitet, sowie vom heute gebräuchlicheren, wertneutraleren Begriff Amateurmusiker, der die ältere abwertende Nebenbedeutung des Wortes Dilettant nicht mehr trägt.