Klassik
Musikepoche zwischen 1750 und 1820.
Was es bedeutet
Klassik bezeichnet die Musikepoche etwa zwischen 1750 und 1820. Die Jahreszahlen sind grobe Anhaltspunkte: Der Übergang aus dem Barock vollzog sich über mehrere Jahrzehnte und über Zwischenstufen, die unter Namen wie galanter Stil und Empfindsamkeit zusammengefasst werden, und ebenso fließend ging die Epoche in die Romantik über. Der Begriff selbst ist eine spätere Zuschreibung und enthält eine Wertung, die kritisch zu betrachten ist.
Musikalische Verwendung
Kennzeichnend ist der Vorrang von Melodie mit Begleitung gegenüber der durchgehenden Mehrstimmigkeit, eine klare periodische Gliederung in Vorder- und Nachsätze, eine funktional geordnete Harmonik und der Verzicht auf den Generalbass. Formal entsteht der Sonatensatz mit seinem Verhältnis von Themenbereichen, Durchführung und Reprise; darauf bauen Sinfonie, Sonate, Konzert und Streichquartett auf. Die Dynamik wird zu einem fließenden Parameter mit allmählichem An- und Abschwellen, was mit der Entwicklung des Hammerklaviers und der Orchesterpraxis zusammenhängt. Charakterkontraste innerhalb eines Satzes lösen den einheitlichen Affekt des Barock ab.
Die Wiener Klassik mit Haydn, Mozart und Beethoven gilt als Kern der Epoche. Sonatenform, Sinfonie und Streichquartett wurden hier zu Grundformen. ## Spielpraxis
Arbeite die periodische Gliederung heraus: Wo endet ein Vordersatz, wo antwortet der Nachsatz, wo wird eine Phrase erweitert. Halte die Artikulation genau, da sie in dieser Musik die Hauptrolle für den Charakter spielt. Nutze Dynamik als Verlauf und nicht nur als Stufe. Beachte Wiederholungszeichen und entscheide bewusst. Für Aufführungen lohnt die Überlegung zur Besetzungsgröße, weil die Orchester dieser Zeit kleiner waren als heutige.
der Epochenbegriff eine nachträgliche Zuschreibung mit wertender Färbung ist: Er fasst eine vielfältige Entwicklung zusammen, an der zahlreiche Komponisten beteiligt waren. Verwende ihn als Ordnungshilfe und nicht als Urteil. Arbeite die periodische Gliederung heraus und halte die Artikulation genau, weil sie den Charakter trägt. Prüfe, ob die Ausgabe Artikulationszeichen ergänzt hat, weil sie den Charakter der Sätze unmittelbar bestimmen.